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Therapie im Intervall

Ist ein Anfall überstanden, kommt es auf eine langfristig Therapie an, die zum Ziel hat, die Überempfindlichkeit des Schutzreflexes zu dämpfen.

Dabei liegt die Problematik auch in der – verständlichen – Angst, nochmals eine solch bedrohliche Situation zu erleben. Vor allem wenn man sich den Anfall nicht erklären kann, wird die Aufmerksamkeit auf den Kehlkopf gerichtet. Allerdings wird durch diese Fokussierung der Wahrnehmung die Reizschwelle erniedrigt.

Jede leichte Irritation beim Husten oder Schlucken wird intensiver registriert und droht einen erneuten Anfall zu provozieren.

Betroffene können so eine ausgeprägte Angststörung entwickeln. Dauernd leben Sie in der Angst, ein erneuter Anfall könnte der buchstäblich letzte sein. Verunsichernd ist zusätzlich die Wirkungslosigkeit von Medikamenten, z.B. Asthma Sprays.

Treten dann tatsächlich immer häufiger Atemnotanfälle auf, bewahrheitet sich die Befürchtung und der Teufelskreis von Angst, Anspannung und Anfällen dreht sich noch schneller. 

 

Für die Therapie im Intervall kann man unspezifische und spezifische Maßnahmen unterscheiden.


Unspezifische Maßnahmen

Zu den unspezifischen (aber wirkungsvollen) Therapien gehört die Reduktion der Angst z.B. durch Aufklärung oder gezielte Psychotherapie, die Anhebung der allgemeinen Reizschwelle („Abhärtung“), Schlafhygiene, Bewegung, Ernährungsoptimierung, Entspannungsverfahren sowie durch allgemeine Stabilisierung. Letztlich sind dies Maßnahmen, wie sie auch bei andern funktionellen Störungen wie z.B. Fibromyalgiesyndrom oder Reizdarmsyndrom indiziert sind. 

Alle Therapien zielen darauf, die erhöhte Empfindlichkeit der automatisch ablaufenden Vorgänge zu dämpfen und das vegetative Nervensystem zu stabilisieren. 


Spezifische Maßnahmen

Bei den spezifischen Therapien versucht man, gezielt auf den Kehlkopf und das umgebende Gewebe einzuwirken. Selbstverständlich müssen an erster Stelle möglicherweise vorhandene anatomische Veränderungen oder Erkrankungen des Kehlkopfes (z.B. Entzündungen) behandelt werden.

Dann geht es um ein Training des Kehlkopfes. Hier macht man sich die umfassenden Erfahrungen zunutze, die im Bereich Sprechtraining, Gesangstraining und Atemtherapie vorhanden sind.

Je nach persönlicher Vorliebe wird man sich für die eine oder andere Therapieform entscheiden, wobei ich selbst eine große Vorliebe für Gesangsunterricht habe, da sie mit dem größten Lustgewinn verbunden ist. Dies gilt auch für sog. unmusikalische Zeitgenossen oder solche, die höchstens in der Badewanne singen. 


Atemtherapie zur Anhebung des CO2-Spiegels

Sehr häufig finden wir bei VCD eine Erniedrigung des CO2-Spiegels im Blut (respiratorische Hypokapnie) und Zeichen einer chronischen Hyperventilation. Die Diagnostik ist mit entsprechenden Messgeräten einfach durchzuführen. In diesen Fällen konzentrieren wir die Therapiemaßnahmen auch auf eine Anhebung des Kohlendioxids im Blut, was durch gezielte Atem- und Entspannungsübungen möglich ist.

Gelingt dies, reduziert sich die allgemeine Krampfneigung und damit erscheint dieses Atemtraining als geeignete vorbeugende Maßnahme sehr geeignet zu sein. Details zu den Therapieverfahren finden Sie hier.