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Therapie im Anfall

Den Notarzt nicht zu rufen und Ruhe zu bewahren ist therapeutisch sinnvoll

Prompte und zuverlässige Hilfe ist durch das Einatmen eines speziellen Atemgases möglich, das aus einer Mischung von Helium und Sauerstoff im Verhältnis 80:20 besteht (sog. „Heliox“-Gas). Dieses wird z.B. beim Tauchen in großen Tiefen eingesetzt. Es hat einen geringeren Strömungswiderstand in den Atemwegen und ermöglicht die effektive Versorgung mit Sauerstoff durch den kleinen Rest-Spalt zwischen den Stimmlippen.

So erfreulich diese Therapiemöglichkeit ist, wird sie kaum jemals praktisch eingesetzt werden können, da eine entsprechende Spezial-Taucherflasche nicht zum richtigen Zeitpunkt zur Hand sein wird. 

In Fällen mit sehr häufigen Anfällen ist jedoch zu überlegen, ob als Notfalltherapie eine kleine Gasflasche mit Heliox samt Atemmaske sinnvoll sein könnte. Solche Geräte werden sonst von der Feuerwehr benützt (z.B. Dräger PAS Colt) und müssten etwa von einem Tauchsportverein mit Heliox-Gas gefüllt werden. 


Ruhe bewahren

Erste Regel im Anfall: Ruhe bewahren! Natürlich ist das leicht gesagt. Wer würde nicht Angst bekommen, wenn die Luft plötzlich wegbleibt? Doch je ruhiger der Betreffende bleibt, je mehr es gelingt, sich an frühere Erfolge zu erinnern, je weniger man in die Panik kommt,  desto schneller geht ein Anfall vorbei. 


Atemtechnik

Daneben sind geeignete Atemtechniken im Anfall hilfreich.

  • Gähnendes Einatmen: Mit geschlossenem Mund wird gegähnt und gleichzeitig durch die Nase eingeatmet.
  • Lippenbremse: Insbesondere wenn auch das Ausatmen behindert ist, sollte man versuchen, gegen die leicht geschlossenen Lippen die Luft herauszublasen. Es ist auch einen Versuch wert, gegen die leicht geschlossenen Lippen die Luft einzusaugen. Dabei soll ein deutlich hörbares Strömungsgeräusch entstehen.
  • Husten kontrollieren: Durch das Husten kann VCD ausgelöst oder verstärkt werden. Daher gilt es den Hustenreiz zu vermindern. Dies kann durch ruhiges Atmen durch die Nase versucht werden. Weitere Möglichkeiten bestehen in der Hechelatmung („wie ein Hund“) oder – falls möglich – zu trinken, zu schlucken oder ein Hustenbonbon zu lutschen.
  • Durch eine geeignete Sitzposition mit Aufstützen der Arme auf einem Tisch oder im sog. Kutschersitz, bei dem die angewinkelten Unterarme auf den Oberschenkeln abgestützt werden, kann die Atmung erleichtert werden.

Natürlich müssen diese Atemtechniken außerhalb der Anfälle geübt werden, damit sie dann zur Verfügung stehen. 


Erhöhung des Luftdruckes

Durch eine Erhöhung des Luftdruckes im Mundraum strömt leichter Luft in die Lungen. Dies ist z.B. durch ein handelsübliches CPAP-Gerät („continuous positive airway pressure“), das zur Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe eingesetzt wird. Es funktioniert wie ein „umgedrehter“ Staubsauger.

In der Regel wird man auch ein solches Gerät während eines Anfalles nicht greifbar haben. In diesem Fall wäre noch die altbewährte Mund-zu-Mund Beatmung denkbar, die gleichfalls den Luftdruck und damit die Strömungsgeschwindigkeit erhöht.

Doch auch die Mund-zu-Mund-Beatmung ist nicht ohne Klippen, da erst einmal der Mund verschlossen wird und dies die Angst erhöhen kann.

Falls ein geeigneter Partner zur Verfügung steht (z.B. Ehepartner), empfiehlt es sich, diese Technik einige Male zu üben. – Eine spezielle Erfahrung!


Unsinnige/überholte Verfahren

 

Luftröhrenschnitt,  Intubation, Beatmung, Kurzzeitnarkose, Kortison, Asthma-Mittel, Botulinumtoxin („Botox“).