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Nystatin

An erster Stelle muß die Substanz "Nystatin" genannt werden. Es handelt sich hierbei um das Produkt eines Bakteriums (Streptomyces noursei), das von zwei Mitarbeiterinnen der New Yorker Gesundheitsbehörde entdeckt wurde. Sie nannten es zu Ehren ihrer Behörde und des Staates New-York STATe-IN.

 

Dieses Medikament wirkt vorwiegend gegen Hefepilze. Hautpilze und Schimmelpilze werden durch Nystatin nur wenig angegriffen. Gegen Bakterien ist Nystatin wirkungslos. Diese letztere Tatsache ist bei der Behandlung von Darmpilzen von großem Vorteil, da eine Schädigung der erwünschten Darmbakterien - anders als bei der Verwendung von Antibiotika - nicht erfolgt.

 

Die Tatsache, daß das Präparat im Magen-Darm-Trakt nicht aufgenommen wird, hat Vor- und Nachteile. Ein Vorteil ist vor allem, daß Nystatin nur auf die Oberfläche des Darmes wirkt, ohne den Körper sonst zu belasten. Sogar Schwangere und Babys können daher mit Nystatin behandelt werden. Der Nachteil von Nystatin liegt in seiner aufwendigeren Anwendung. Das Präparat muß direkt an den Ort gebracht werden, an dem es wirken soll. Eine Verteilung über die Blutbahn gibt es praktisch nicht.


Anwendung

Gleichzeitig Suspension (Lösung) und Tabletten

Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist vor allem, daß die Substanz wirklich dorthin gebracht wird, wo die Pilze sitzen. Im allgemeinen ist sowohl der Mund als auch der Magen-Darm-Kanal befallen. Es reicht daher nicht, lediglich Tabletten einzunehmen. Eine solche Therapie erreicht die Pilze in der Mundhöhle nicht. Nach kurzer Zeit breiten sich die Pilze erneut vom Mund über den gesamten Verdauungstrakt aus.

 

Ich erwähne diese Tatsache, weil bedauerlicherweise oft so verfahren wird. Die Schuld am Mißerfolg wird dann dem Medikament zugeschrieben, das unwirksam gegen die Pilze sei. Tatsächlich aber gibt es nur selten Resistenzen gegenüber Nystatin.

 

Sie sollten Nystatin daher immer gleichzeitig als Mundspülung und Tabletten bzw. Kapseln anwenden.

Der Mund wird nach jeder Mahlzeit kräftig mit einer Nystatin-Lösung (z.B. Adiclair®-Suspension ooder Nystatin Lederle®-Suspension) gespült werden, um die Pilze aus der Mundhöhle zu entfernen. Es empfiehlt sich, die Lösung nicht sofort zu schlucken, sondern etwas länger im Mund zu behalten und dafür zu sorgen, daß sie in alle Ecken des Mundes gerät. Anschließend können Sie die Lösung hinunterschlucken. Auf diesem Weg benetzt Nystatin auch die Speiseröhre und sorgt für eine Entfernung von dort anwesenden Candida-Hefen.

Gleichzeitig nimmt man dreimal Tabletten eine Filmtabletten. Diese werden eine Woche lang eingenommen. Anschließend wird die Dosis auf dreimal eine Tablette reduziert. Diese Dosierung empfehle ich, weitere drei Wochen beizubehalten.

Insgesamt dauert die Standard-Behandlung vier Wochen. In Einzelfällen wird man von dem Schema abweichen und länger (2-3 Monate) und mit höheren Dosen (3 mal 3-4 Tabletten) behandeln.

 

Bitte beachten Sie: Wie bei jeder medikamentösen Therapie sollten Sie natürlich zuerst Ihren Arzt befragen, ob dies für Sie in Frage kommt!


Standardtherapie mit Nystatin Standardtherapie mit Nystatin

Erste Woche|Drei- bis viermal zwei Tabletten Nystatin
|Nach jeder Mahlzeit eine Mundspülung mit Nystatin-Lösung.
 Zweite bis vierte Woche|Dreimal eine Tabletten Nystatin
|Nach jeder Mahlzeit eine Mundspülung mit Nystatin-Lösung.
Dauer|2-4 Wochen

Woran können Sie einen Erfolg erkennen?

Einen Erfolg müßten Sie am Nachlassen der Beschwerden erkennen (z.B. Blähungen und Juckreiz). Außerdem dürfen keine Candida-Arten mehr im Stuhl nachweisbar sein. Aber Vorsicht: Führen Sie eine Kontrolle erst eine Woche nach dem Absetzten des Nystatins durch. Sonst befinden sich noch Reste des Medikamentes im Stuhl, die ein Wachstum der Pilze auf dem Nährboden verhindern. Sie würden sich dann in falscher Sicherheit wiegen.

Die Untersuchung sollten Sie genauso durchführen, wie oben bereits beschrieben wurde.

 


Nebenwirkungen

Im Regelfall werden Sie keinerlei Nebenwirkungen feststellen. Falls Sie allerdings einen empfindlichen Magen haben, kann es anfänglich zu Magendrücken kommen: Setzen Sie das Medikament aber nur ab, wenn dieses sehr unangenehm sein sollte - nehmen Sie im Zweifelsfall Rücksprache mit Ihrem Arzt.

 

Manchmal kommt es auch zu Beginn der Behandlung zu vermehrten Blähungen und sogar leichtem Durchfall. Diese Symptome sind nicht unbedingt eine Nebenwirkung des Nystatins, sondern können im Gegenteil ein Zeichen für seine Wirksamkeit sein. Dies erklärt sich so: Wenn der Magen-Darm-Kanal massiv von Pilzen besiedelt ist, dann stirbt mit Beginn der Einnahme eine große Zahl der Pilze ab. Ein Teil der entstehenden Pilzbruchstücke reizt den Darm, was zu leichteren Beschwerden führen kann.

 

Sie können in solch einem Fall die Nystatin-Dosierung herabsetzen (z.B. anfänglich nur eine Tabletten/Tag). So fallen weniger "Pilztrümmer" an, die dann auch weniger Symptome verursachen.

 


Weitere Nystatin Anwendungen

Wenn die Haut rund um den After von Pilzen befallen ist, was sich in Juckreiz oder Rötung äußert, empfehle ich eine Behandlung mit einer Nystatin-Salbe. Ebenso ist es sinnvoll zu untersuchen, ob nicht gleichfalls ein Scheidenpilz vorliegt. Dieser sollte dann gleichzeitig entfernt werden.

 

Ebenso kann man einen Nasenspray verwenden, wenn in der Nasenschleimhaut Pilze gefunden werden (dieser muß angefertigt werden).


Weitere Medikamentöse Behandlung

Neben dem gut verträglichen Nystatin gibt es zwei weitere Medikamente, die nicht oder nur unwesentlich in den Körper aufgenommen werden: Es ist das Natamycin (z.B. Pimafucin®) und das Amphotericin B (z.B. Ampho-Moronal®). Nebenwirkungen sind bei beiden Präparaten selten und beschränken sich auf leichte Übelkeit oder Durchfall. Die Anwendung erfolgt ebenfalls in einer Spülung für den Mund bzw. Lutschtabletten, verbunden mit der Einnahme von Tabletten zum Schlucken.

 

Amphotericin B ist allerdings nur in Form der Tabletten bzw. Mundspülung nebenwirkungsarm. Wird es in Ampullenform als Injektion verabreicht, können erhebliche Nebenwirkungen auftreten.


Systemische Therapie

Die obigen Medikamente werden fast nicht in das Blut aufgenommen und wirken fast ausschließlich auf der Haut und den Schleimhäuten.

Manchmal ist es jedoch notwenig auch Medikamente zu geben, die „systemisch“ d.h. im gesamten Körper wirken.

Hier gibt es eine Reihe von wirksamen Präparaten. Sie können jedoch auch mehr Nebenwirkungen haben. Sprechen Sie daher unbedingt vor der Einnahme solcher Präparate mit Ihrem Arzt

 


Verschiedene Medikamente (Achtung: Medikamente nur nach Rücksprache mit Arzt anwenden)

Präparat|Bemerkung
Griseofulvin|Älteres <link http://www.m-ww.de/pharmakologie/arzneimittel/antiinfektiva/pilzmittel/griseofulvin.html?PRINTABLE=1&>Antimykotikum</link>, schmales Wirkspektrum (z.B.Mikrosporon, Trichophyton)
Miconazol|Local (z.B. Salbe) und systemisch einsetzbar. Breites Wirkspektrum. Bei lokaler Anwendung sehr geringe Resorption. Wird praktisch nur noch lokal angewendet. <link http://www.m-ww.de/pharmakologie/arzneimittel/antiinfektiva/pilzmittel/miconazol.html>Mehr</link>
Ketokonazol|Erstes Breitspektrum Antimykotikum, zahlreiche Nebenwirkungen, heute meist Ersatz durch neuere Medikamente. <link http://www.m-ww.de/pharmakologie/arzneimittel/antiinfektiva/pilzmittel/ketoconazol.html>mehr</link>
Flucanazol|Wirkt gegen verschiedene Candida Arten, nicht jedoch gegen C. krusei und C.glabrata. Wird bei Candida Infektionen der Haut und Schleimhäute eingesetzt.<link http://www.m-ww.de/pharmakologie/arzneimittel/antiinfektiva/pilzmittel/fluconazol.html>mehr</link>
Itraconazol|Breite Wirksamkeit gegen verschiedene Pilzarten. <link http://www.m-ww.de/pharmakologie/arzneimittel/antiinfektiva/pilzmittel/itraconazol.html>mehr</link>
Sertaconazol|Wirkt lokal und systemisch gegen viele Pilzarten.
Terbinafin|Wirkt lokal und systemisch. Hauptanwendung: Dermatophyten und Schimmelpilze der Haut und Nägel <link http://www.m-ww.de/pharmakologie/arzneimittel/antiinfektiva/pilzmittel/terbinafin.html>mehr</link>
Clotrimazol|Nur lokal eingesetztes Präparat gegen Dermatophyten, Schimmelpilze und Hefen. <link http://www.m-ww.de/pharmakologie/arzneimittel/antiinfektiva/pilzmittel/clotrimazol.html>mehr</link>