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Günstige Nahrungsmittel

Es gibt aber auch Lebensmittel, die ein Pilzwachstum verhindern bzw. einer Pilzbesiedelung vorbeugen. Dies sind vor allem die pflanzlichen Faserstoffe. Der Grund hierfür besteht darin, daß faserreiche Nahrung den Darm "bürstet" und ihn somit auch zwischen den schwer zu erreichenden Zotten reinigt, wo die Pilze sitzen und sich festhalten. So werden die vorhandenen Pilznester herausgebürstet, und neu ankommende Pilze können sich gar nicht erst festsetzen.

Günstig sind Nahrungsmittel, die viele Fasern enthalten. Das sind alle Salate, Gemüse und Vollkornprodukte.

Ein praktische Leitfaden, wie man zu gesunder Nahrung findet, ist neben dem Buch über Pilzerkrankungen ein weiteres über den Nahrungsaufbau.


Salate

An erster Stelle sind die Salate zu nennen. Rohe Salate und Gemüsezubereitungen sind vermutlich dasbeste, was Sie gegen Pilze essen können. Es gibt eine reichliche Auswahl:

 

Artischocken, Avocados, Bambussprossen, Blumenkohl, Bohnen, Brunnenkresse, Chicoree, Chinakohl, Cornichons, Eichblattsalat, Eisbergsalat, Endivien, Eskariol, Feldsalat, Fenchel, Gurken, Karotten, Keimlinge, Kohlrabi, Kopfsalat, Löwenzahnsalat, Maiskölbchen, Mangoldrippen, Möhren, Oliven, Palmherzen, Paprika, Pepperoni, Radiccio, Radieschen, Rettich, Rote Beete, Rotkohl, Salatgurken, Sauerkraut, Schalotten, Schnittsalat, Sellerie, Sojakeime, Spargel, Speisepilze, Tomaten, Weißkohl, Zwiebeln

 

Die Zubereitung der Salate richtet sich nach Ihrem Geschmack: Essig, Öl, Joghurt und Gewürze jeder Art - alles ist erlaubt. Nur Zucker sollten Sie nicht verwenden. Es ist übrigens kein Fehler, die Salatsauce zu trinken: Pilze mögen keinen Essig! Ihre Fähigkeit, sich an der Schleimhaut festzuhalten, nimmt ab und sie lösen sich leichter von der Darmwand.


Gemüse

An zweiter Stelle sind Gemüse als Anti-Pilz-Diät zu empfehlen. Sie stehen etwas hinter den Salaten zurück, da beim Kochen einige Fasern löslich werden. Der "Bürsten-Effekt" ist dadurch geringer ausgeprägt. Auch hier ist die Auswahl reichlich:

 

Gemüse ist in jeder Form günstig

Auberginen, Blumenkohl, Bohnen, Brokkoli, Chilischoten, Chinakohl, Eiszapfen, Erbsen, Fenchel, Grünkohl, Gurken, Japanknollen, Karotten, Lauch, Mangold, Meerettich, Melde, Möhren, Okraschoten, Paprikaschoten, Petersilienwurzeln, Pastinaken, Rosenkohl, Rote Beete, Rotkohl, Sauerampfer, Sauerkraut, Schwarzwurzeln, Sellerieknollen, Spargel, Spinat, Spitzkohl, Staudensellerie, Steckrüben, Tomaten, Wasserkastanien, Weinblätter, Weiße Rüben, Weißkohl, Wirsingkohl, Zucchinis, Zwiebeln

 

Die günstige Wirkung von Salaten und Gemüsen hängt nicht nur mit ihrem "Bürsten-Effekt" zusammen. Sie haben noch einen zweiten Nutzen. Auf der pflanzlichen Nahrung befinden sich Wirkstoffe, die das Pilzwachstum aktiv unterdrücken, da sich auch Pflanzen gegen einen Pilzbefall schützen müssen. Sie haben daher eine Reihe von "chemischen Tricks" entwickelt, mit denen ihnen dies gelingt. Wenn Sie also viel Gemüse und Salate zu sich nehmen, profitieren Sie also von dem Schutzmechanismus der Pflanzen.

 

Leider ist das Wissen über diesen Effekt noch relativ gering. Einige Gemüsesorten sollen einen besonders guten "Anti-Pilz-Effekt" haben. Hierzu zählen Lauch, Rosenkohl, Zwiebeln, Rettich, Meerrettich, Tomaten und Radieschen. Wenn Sie also eines dieser Gemüse mögen, sollten Sie davon reichlich konsumieren.


Knoblauch & Konsorten

Bei den Gewürzen ist vor allem der Knoblauch zu nennen. Die günstige Wirkung dieser Pflanze ist unbestritten. Allerdings schätzen nicht alle Menschen den starken Geruch. Hier gibt es leider keine Abhilfe, da ausgerechnet dieser Aromastoff gegen Pilze wirksam ist. Wenn Sie Knoblauch nicht mögen, versuchen Sie es mit Pfefferminze und Thymian, die einen ähnlichen Effekt besitzen. Besonders muß auch noch milchsaures Gemüse (z.B. Sauerkraut) erwähnt werden. Hier kommen zwei Nutzen zusammen: Der Fasereffekt und gleichzeitig die günstige Wirkung der Säure.

 


Fasern in Reinform

Sie können die reinigenden Fasern auch in konzentrierter Form zu sich nehmen. Hafer- und Weizenkleie haben den höchsten Fasergehalt. Streuen Sie davon einige gehäufte Eßlöffel in Müsli, Suppe, Gemüse, Salate oder zu anderem Essen. Diese Fasern bringen nebenbei auch Ihren Darm auf Trab! Denken Sie allerdings daran, daß Kleie sehr viel Wasser bindet. Trinken Sie daher reichlich (Wasser, Tee).

Außerdem: sehr viele Fasern können blähen!

 


Vollkornprodukte

Auch Vollkornprodukte enthalten viele Fasern und "bürsten" daher die Pilze aus den Darmnischen. Allerdings ist im Getreide auch Stärke enthalten, das den Pilzen als Nahrungs dienen kann. Damit ist die Vollkornnahrung nicht so eindeutig positiv zu werten, wie das bei Gemüsen und Salaten der Fall ist.

 

Sie können Vollkornprodukte (Brot, Nudeln usw.) auch während einer Anti-Pilz-Kur zu sich nehmen - der Körper braucht Kohlenhydrate! Allerdings empfehle ich hier etwas Zurückhaltung. Essen Sie also nicht ausschließlich Brot zu einer Mahlzeit sondern ergänzen Sie es regelmäßig durch Salate oder Gemüse.

Außerdem sollten Sie darauf achten, ob das Brot, das Sie als "Vollkornbrot" kaufen, wirklich aus ganzem Getreide hergestellt wurde. Einige Großbäckereien benützen Mehlgemische mit hohem Weißmehlanteil oder färben das Mehl mit Zuckercouleur dunkel. Sie erkennen solches Brot gelegentlich an klingenden Namen wie "Bauernglück " oder ähnlichem. Scheuen Sie sich nicht, in der Bäckerei nachzufragen.

 


Kartoffeln/Reis/Nudeln

Was für das Vollkornbrot gilt, trifft auch für Kartoffeln, (Vollkorn-)Reis und (Vollkorn-) Nudeln zu. Sie enthalten sowohl Stärke als auch (weniger) Fasern. In geringen Mengen können Sie Kartoffeln, Reis und Nudeln essen. Allerdings sollten Sie die Mengen kleiner halten.


Fleisch/Fisch/Eier

Hefepilze brauchen für ihr Wachstum nur minimale Mengen an Eiweiß. Allein von Fisch, Fleisch und Eiern können sie aber nicht leben. Das bedeutet, daß Sie sich bezüglich der Eiweißspender nicht einschränken müssen.

Gleichwohl ist es aus anderen Gründen (z.B. Cholesterinbelastung) sinnvoll, nicht zuviel Fleisch und Eier zu sich zu nehmen (Faustregel: ein- bis zweimal Fleisch pro Woche).


Milchprodukte

Sehr empfehlenswert: probiotischer Joghurt

Auch Milchprodukte (Milch/Butter/Käse/Joghurt) unterliegen keinerlei Einschränkung. Ich empfehle vor allem Sauermilchprodukte. Es ist besonders günstig, regelmäßig Bioghurt aus lebenden Kulturen zu sich zu nehmen. Er enthält Azidophilus- und Bifidus-Bakterien, die einen günstigen Einfluß auf unseren Darm und dessen Abwehrleistung haben. Allerdings ist es nicht möglich die Keime im Darm fest anzusiedeln.

 

Essen Sie möglichst jeden Tag ein Joghurt (natur - ohne Fruchtzusatz!), das Sie unter verschiedenen Markennahmen in den meisten Lebensmittelgeschäften erhalten können.


Alkohol?

Alkohol ist zwar nicht gesund, doch können sich Pilze davon nicht ernähren. Gegen Bier (kein Malzbier) oder (trockenen!) Wein in geringen Mengen ist nichts einzuwenden. Anders sieht das bei süßen Weinen, Likören oder süßem Sekt aus, die oft in erheblichen Mengen Zucker enthalten.


Hefeextrakte und Schimmelpilzprodukte

Hefeextrakte wie Fertigsuppen, Gemüsebrühe, Bierhefeflocken, Essig usw., fördern das Pilzwachstum nicht! Sie können sie daher uneingeschränkt verwenden. Nur wenn Sie unter einer Allergie gegen Back- bzw. Bierhefe leiden, müssen Sie diese meiden.

 

Auch Lebensmittel, die von Schimmelpilzen stammen (Edelschimmelkäse, bestimmte Fertignahrungsmittel), können bei einer Pilzerkrankung weiterhin gegessen werden. Auch hier gilt lediglich die gleiche Einschränkung wie bei den Hefeprodukten: Falls Sie gegen Schimmelpilze allergisch sind, sollten Sie sich erst testen lassen, welche Produkte Sie vertragen.

 


Pilze aushungern?

Gelegentlich liest man den Rat, man solle Pilze "aushungern", indem man ihnen systematisch jegliche Nahrung, vor allem alle Kohlenhydrate entzieht. Entweder wird empfohlen, überhaupt nichts mehr (Nulldiät) oder keinerlei Kohlenhydrate zu essen, was auf den vollständigen Verzicht von Vollkornprodukten, Kartoffeln usw. hinausläuft. Diese Diät besteht dann nur noch aus Fleisch und Salat, was fälschlicherweise als "Steinzeitdiät" bezeichnet wird. Tatsächlich hat man auch in der Steinzeit einfache Wildgetreide zu sich genommen. An sich ist die zugrundeliegende Überlegung einleuchtend. Wenn den Pilzen die Nahrung entzogen wird, müßten sie absterben.

Manche Patienten nehmen dann radikal ab und sind schließlich untergewichtig und dadurch sehr geschwächt.

 

Leider ist dies nicht so einfach. Wie ich bereits geschildert habe, sind Pilze Überlebenskünstler: Unter solchen "Streßbedingungen" sind sie in der Lage, sich zu verwandeln. Aus den rundlichen Hefen entstehen plötzlich fadenförmige Hyphen. Diese sind erheblich aggressiver und in der Lage, in die Schleimhaut einzudringen. Dort suchen sie den Kontakt zu Blutgefäßen. Ist ihnen ein solcher gelungen, können sie sich vom Blutzucker ernähren. Aus einem relativ harmlosen Pilz auf der Schleimhaut ist also ein deutlich gefährlicherer Pilz im Gewebe geworden.