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Ernährung - Süß und Faserarm

Kommen wir am Ende zum wahrscheinlich wichtigsten Grund, warum Pilzinfektionen in den letzten Jahren so häufig geworden sind: Die Veränderung unserer Ernährungsgewohnheiten.

Erinnern Sie sich nochmals an den Anfang: Hefepilze lieben Zucker und leicht verdauliche Kohlenhydrate. Dürfte sich Candida albicans ein Lieblingsmenue zusammenstellen, so würde sie Kuchen, Schokolade und Weißbrot bestellen. Als Getränk würde sie vermutlich Cola, Obstsaft oder Limonade auswählen. Bei dieser Diät kann sie sich hervorragend, ja explosionsartig vermehren!

Nimmt man die durchschnittliche Ernährung, wie sie in den reichen Ländern Nordamerikas oder Europas üblich ist, so entspricht diese fast den Idealbedingungen für einen Pilznährboden: arm an Fasern, hochkalorisch, zuckerreich und leicht verdaulich!

Dazu einige Fakten:

· Lag noch im Mittelalter der jährliche Zuckerkonsum bei etwa 20 Gramm pro Jahr und Person, so nähern wir uns heute der Zentnermarke!

Zucker ist aber die wichtigste Grundlage für die Pilzvermehrung. Durch nichts kann ein Hefepilz so zur Teilung angeregt werden wie durch Süßes. Versuchen Sie einmal, die normale Haushaltshefe ohne Zucker (auch ohne Fruchtzucker) zum Leben zu erwecken. Es ist nicht möglich! Unser enormer Zuckerkonsum ist also die Lebensgrundlage für die Existenz der Pilze.

· Süße Säfte (Obstsäfte, Limonaden, Cola-Getränke) wurden bis vor etwa 50 Jahren nur zu bestimmten Gelegenheiten getrunken. Wasser war über Jahrtausende das Hauptgetränk der Menschheit. Heute lehnen die Mehrheit der Kindergartenkinder Wasser oder Mineralwasser als Getränk rundherum ab. Sie trinken fast ausschließlich Säfte oder Limonaden. 15% der Kinder im Vorschulalter decken die Hälfte ihres Energiebedarfes aus süßen Getränken! Innerhalb eines 40-jährigen Zeitraums ist allein bei Limonaden der Jahreskonsum von 13 auf 118 Liter emporgeschnellt. Ähnliche Zahlen gelten auch für die als "gesund" bezeichneten Obstsäfte. Doch von nichts ernähren sich Hefepilze lieber als von Obstsaft, da er flüssig ist und den von ihnen geliebten Fruchtzucker in hoher Konzentration enthält. - Beobachten Sie einmal, wie Weinhefe den Traubensaft zum Schäumen bringt. So ähnlich sieht es in manchem Bauch nach dem Genuß eines Glases Apfel- oder Traubensaftes aus!

· Weißmehlprodukte haben zunehmend Produkte aus Vollkornmehl ersetzt. Das faserarme Weißmehl wird wesentlich leichter von Hefen verdaut. Beim Backen können Sie diesen Zusammenhang sehr leicht studieren. Vergleichen Sie den Unterschied zwischen einem Hefeteig aus Weißmehl und einem aus Vollkornmehl. Während der Weißmehlteig schon heftig Blasen schlägt, tut sich beim Vollkornteig noch gar nichts. Genauso sind auch die Effekte im Magen-Darm-Trakt. Weißmehlprodukte liefern eine hervorragende Grundlage für eine stürmische Pilzvermehrung.

· Es gibt jedoch auch Nahrungsmittel, die einer Pilzvermehrung im Wege stehen. Dies sind vor allem die faserreichen Nahrungsmittel wie Gemüse, Salate und Vollkornprodukte. Ähnlich wie Besen "putzen" sie den Verdauungstrakt und bewirken damit, daß sich Pilze nicht auf den Schleimhäuten festsetzen können. In gewisser Weise erinnert ihre Wirkungsweise an den alten Spruch, "Dreck reinigt den Magen". Durch ihre geringe Größe gelangen die Fasern in alle Aussparungen und Vertiefungen der Schleimhaut und "wischen" dort die Pilze heraus. Leider hat sich aber gerade dieser Faseranteil in unserer Nahrung drastisch reduziert.

Auch dazu eine Zahl: Afrikanische Landbewohner, die sich traditionell ernähren, nehmen über 100 Gramm reine Fasermenge pro Tag zu sich. Wenn Sie einmal ein Paket Kleie in die Hand nehmen, das 200-250 Gramm enthält, werden Sie beeindruckt sein. Dies ist eine gehörige Menge. Ein halbe Packung dieser Fasern haben unsere Vorfahren hierzulande gleichfalls täglich zu sich genommen. Heute dagegen nimmt ein durchschnittlicher Wohlstandsbürger gerade noch 10-20 Gramm Fasern zu sich, eine verschwindend geringe Quantität.