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Schwimmbad, Sauna und Toilettensitz?

Hier droht kaum eine Gefahr!

Viele Frauen, die unter gehäuften Scheidenpilzen leiden, haben die Sorge, sie hätten sich im Schwimmbad, in der Sauna oder auf einer öffentlichen Toilette angesteckt. Diese Sorge ist weitgehend grundlos. Es ist sehr unwahrscheinlich sich auf diesem Wege zu infizieren.

 

Infektionsort Schwimmbad?

In der Regel geht eine Erkrankung von Darmkeimen aus. Sie bilden das Hauptreservoir der Pilze, von dort aus droht die größte Gefahr. Bei verschiedenen Untersuchungen wurden Pilze aus dem Darm und aus der Scheide mittels eines "genetischen Fingerabdruckes" verglichen. Es ergab sich praktisch eine 100%ige Übereinstimmung!

 

Der zweite Infektionsweg stammt von kleineren Pilzansiedelungen in der Scheide selbst. Sobald sich das Scheidenmilieu verschlechtert, haben die Pilze eine Chance aus dem Schattendasein herauszutreten und sich zu vermehren. Solch eine Gelegenheit kann z.B. auch ein Schwimmbadbesuch sein. Das eindringende Wasser hat in diesem Fall das saure Scheidenklima gestört. Vieles spricht dafür, daß Candida albicans in der Scheide einen ähnlichen Wandlungsprozess wie im Darm durchmacht. Befindet er sich im "Wartestand", liegt er vorwiegend in der harmloseren, runden Hefeform vor. Sobald es aber zu Attacken auf die Schleimhaut kommt, nimmt er die aggressivere Fadenform (Hyphenform) an.


Ansteckungsgefahr beim Verkehr

Besteht auch eine Ansteckungsgefahr beim Geschlechtsverkehr? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Prinzipiell droht sie, wenn der männliche Partner infiziert ist. Dies gilt vor allem bei einer massiven, d.h. sichtbaren Infektion des Penis. Allerdings haben die Pilze auf dem Penis ungleich schlechtere Lebensbedingungen als in der Scheide. Untersucht man die Partner von erkrankten Frauen, so lassen sich nur bei jedem fünften Mann Pilze auf dem Penis nachweisen. Gehäufte Scheideninfektionen haben ihre Ursache also eher nicht in einer Erkrankung des Mannes. Keine einzige Studie ergab eine Verbesserung, wenn die Männer mitbehandelt wurden . Damit keine Verwirrung aufkommt: Es ist fraglich, ob eine geringfügige Pilzbesiedelung auf dem Penis, die keine Symptome beim Mann hervorruft, für die Frau eine Ansteckungsquelle sein kann. Leidet ein Mann unter einer sichtbaren Infektion, sollte diese auf jeden Fall behandelt werden.