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Hautpilze

Handpilz zwischen den Fingern: Intertrigo

Wenden wir uns der "normalen" Haut zu. Sie reagiert anders auf die Angriffe von Pilzen als Füße oder Nägel und soll deshalb getrennt beschrieben werden.

 

Bei den großen Hautpartien benützen die Pilze nämlich eine andere Angriffsstrategie. Da die glatte Hautoberfläche für das Eindringen ungeeignet ist und die feuchten Zwischenräume fehlen, versuchen die Pilze entlang der kleinen Härchen (Lanugo-Haare) in die Tiefe der Haut einzudringen. Sie wählen dabei einen Weg entlang des Haarschaftes, der sie in die nährstoffreichen Bezirke des Haarbalges führt.

 

Wenn ein Pilz den Haarbalg erreicht hat, löst er dort eine Abwehrreaktion aus, die als kleiner roter Fleck, eine Entzündung, sichtbar wird.

 

Der Pilz breitet sich nun kreisförmig in der obersten Hornhautschicht aus, dringt aber mit seinen Ausläufern (Hyphen) bis in die unteren Hautschichten vor. Hierbei drängt sich häufig ein Vergleich mit den "Hexenringen" auf, die Sie bei den Waldpilzen kennengelernt haben. Der Pilz scheint die Haut "abzuweiden", die sich in den Randbezirken entzündet, während sie in der Mitte wieder abheilt. Der Pilz selbst sitzt also im Rand, während das Zentrum bereits wieder hergestellt ist. Mehrere solcher Ringe können verschmelzen und erzeugen dann ein unregelmäßiges Muster, das gerne als "landkartenartig" beschrieben wird. Das ringförmige Muster ist so typisch, daß es in den angelsächsischen Ländern den Namen für Pilzerkrankungen prägte: ringworm (wörtlich: "Ringwurm"= Pilzerkrankung).

 

So unangenehm ein Hautpilz ist, er kann Ihnen nicht gefährlich werden! Er ist vor allem nie in der Lage, in das Innere des Körpers vorzudringen und dort Schäden an den Organen hervorzurufen. Allerdings sei noch eine "Nebenwirkung" der Hautpilze erwähnt. Manche von Ihnen können Antibiotika produzieren. Obwohl die Menge davon nur unwesentlich ist, reicht es doch aus, um empfindliche Menschen dagegen zu sensibilisieren. In diesen Fällen sind die Betroffenen verblüfft, daß sie auf ein bestimmtes Antibiotikum allergisch reagieren, obwohl sie es noch nie eingenommen haben .


Wo kommen Hautpilze vor?

Besonders hartnäckig kann die Leistenregion oder der Achselbereich betroffen sein. Von Natur aus feucht und warm, liegen dort bevorzugte Angriffsziele. Auch Menschen, die viel schwitzen und/oder eng anliegende, schlecht durchlüftete Kleidung aus Kunststoff tragen, sind häufiger von Hautpilzen befallen.

 

Unter "günstigen" Bedingungen kann sich der Hautpilz enorm ausdehnen. Die roten Ränder reichen dann handtellergroß oder größer bis auf Oberschenkel und Bauch. Begleitet wird die Erkrankung meist von dem pilztypischen Juckreiz. Falls Sie diesem nachgeben, wird die Angelegenheit meist schlimmer.

 

Durch das Kratzen wird die Haut aufgerauht, und der Pilz breitet sich auf der gereizten Haut um so leichter aus. Ähnlich schadet auch zu intensives Waschen vor allem, wenn Sie dabei Seife benützen, die den Säuremantel der Haut schwächt.


Pityriasis versicolor

Pityriasis versicolor - ändert im Verlauf die Farbe

Ein Pilz mit ungewöhnlichen Eigenschaften ist Malazessia furfur. Ist die Haut von diesem Pilz mit dem eindrucksvollen Namen befallen, wechselt die infizierte Stelle ihre Farbe. Anfänglich entstehen kleine, etwa pfenniggroße gelbliche Flecken. Gehen Sie dann in die Sonne, werden Sie feststellen, daß sich diese Flecken im Gegensatz zur gesunden Haut nicht normal bräunen. Sie heben sich als weiße Stellen von der übrigen Haut ab.

 

Die Bezeichnung "versicolor" ("farbwechselnd") trägt dem Rechnung.

Der Grund liegt in einer Störung der normalen Melaninbildung in der Haut. Melanin ist der Farbstoff, der für die Braunfärbung verantwortlich ist. Um es noch ein wenig komplizierter zu machen: Auch eine übermäßige Verfärbung der verpilzten Hautareale ist möglich.

 

Warten Sie mit einer Behandlung nicht allzu lange, der Pilz kann recht hartnäckig sein und bis zu seinem freiwilligen Verschwinden viele unschöne Flecken hinterlassen.


Seborrhoisches Ekzem

Was sich hinter dem komplizierten Namen "seborrhoisches Ekzem" verbirgt, kennen Sie recht gut: Es sind zum Beispiel die gewöhnlichen Haarschuppen. Wenn auch Sie zum "Rieseln" neigen, dann ist das meist die Folge eines Pilzes, der auf den Namen "Pityrosporum ovale" hört.

 

Dieser Pilz ist aber nicht die einzige Ursache. Eine vermehrte Talgproduktion der Haut kommt meistens hinzu. Neben der Kopfhaut kann auch die Körperhaut betroffen sein. Hier sind es vor allem die Bereiche, in denen die Haut vermehrt Talg herstellt. Gemeint sind die sog. Schweißrinnen, über dem Brustbein und am Rücken.

 

Bildquelle:http://www.hautstadt.de/wms/public/izh/patinfo/seborrhoisch


Therapie

In der Regel reichen allerdings äußerliche Maßnahmen wie Cremes oder Salbe

Bei guter Immunitätslage kann ein Hautpilz (im Gegensatz zum Fuß- oder Nagelpilz) von alleine abheilen. Wenn nicht, sprechen fast alle Pilze prompt auf die oben erwähnten äußerlichen Mittel (z.B. Mykotin® mono, Canesten®, Daktar®, Epi-Pevaryl®, Mycospor®, Terzolin®, Exoderil®, Lamisil® u.a.) an. Auch Farbstoffe sind wirkungsvoll, allerdings aus ästhetischen Gründen nur in der "farblosen" Variante einsetzbar. Meist ist bereits am zweiten Tag der Behandlung eine Besserung erkennbar. Doch lassen Sie sich nicht täuschen! Es gilt die alte Regel: Die Therapie soll drei Wochen länger anhalten als die Beschwerden!

Aus dem australischen Teebaum (Melaleuca aternifolia) kann ein Destillat gewonnen werden, das gegen Pilze wirksam ist. Ein Behandlungsversuch mit Teebaum-Öl ist durchaus angebracht.

Bei der Pityriasis versicolor können auch Waschlösungen mit Selendisulfid (z.B. Selsun®) angewendet werden. Das seborrhoische Ekzem reagiert gut auf Salben, die den Wirkstoff Ketoconazol (z.B. Nizoral®) enthalten. Diese Substanz gibt es auch als Lösung zum Haarewaschen (Terzolin®).

 

Wichtig sind wieder die oben beschriebenen Allgemeinmaßnahmen. Meiden Sie eng anliegende Kleidungsstücke aus Kunstfasern, desinfizieren Sie die Kleidung (Waschen bei mind. 60° C), und halten Sie die Haut trocken.

 

Alle Handelsnamen sind Beispiele. Bitte sprechen sie mit Ihrem Haus- oder Hautarzt.