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Faszikulation

Die Beschwerden können überaus bedrohlich erscheinen: Plötzlich zucken die Muskeln an verschiedensten Stellen des Körpers. Dabei bewegt sich nichts und es tut nicht weh. Nur unter der Haut scheinen Teile der Muskeln ein Eigenleben zu entwickelt. Was sind das für merkwürdige Beschwerden? Sind sie tatsächlich bedrohlich?



Muskelbündel = Faszikel

Die Rede ist  von Muskelfaszikulationen, einem Zucken von Teilen eines größeren Muskels. Unsere Muskel ist in Bündel (=Faszikel) zusammengefasst. Zieht sich der Muskel zusammen, dann tun diese alle Bündel gleichzeitig. Bei der Faszikulation ist das anders. Die einzelnen Faszikel ziehen sich spontan und unkoordiniert zusammen. So kommt auch keine Bewegung zustande.

Die kleinen Zuckungen können in vielen Bereichen auftreten: Muskeln von Beinen, Armen oder auch Gesicht. Irritierend ist das Lidzucken oder auch das Zucken der Zungenmuskeln. 

 

Etwas vereinfacht liegt der Fazikulation eine erhöhte Erregbarkeit von Nerven zugrunde, die zu den Muskeln führen. Für diese elektrische Instabilität kann es sehr viele Ursachen geben.


Gutartiges (benignes) Muskelfaszikulationssyndrom

Weitaus am häufigsten findet sich kein pathologischer Befund, also keine körperliche Erkrankung. In diesem Fall wird das Beschwerdebild als gutartiges oder benignes Faszikulationssyndron bezeichnet. Kommen noch echte Muskelkrämpfe hinzu gilt dies als Faszikulations-Crampus-Syndrom (Crampus = Krampf).

Die Symptomatik gilt als „gutartig“, da sie kein Zeichen einer drohenden neurologischen Erkrankung oder Muskelkrankheit ist. Sie kann jedoch sehr störend und möglicherweise angsterregend sein. In dem obigen Film geht es vor allem um dieses Beschwerdebild. 


Krankheitsbedingte Faszikulationen

Daneben - aber viel seltener - können auch z.T. schwerwiegende Erkrankungen die Ursache der Beschwerden sein: Amyotrophe Lateralsklerose, Polio, Muskelerkrankungen oder auch als Folge von Nervenerkrankung bei Stoffwechselschäden (z.B. Diabetes). Die Diagnose stellt in der Regel ein Neurologe. 

Auch Medikamente, Elektrolytstörungen, Kaffee , Alkohol und anderes mehr kann für Muskelzucken verantwortlich sein. 


Therapeutische Möglichkeiten

Die Therapie richtet sich natürlich nach den jeweiligen Ursachen.

Beim gutartigen Faszikulationssyndrom sollten Risikofaktoren minimiert werden (Kaffee, Alkohol), allgemeine Entspannung ist im allgemeinen günstig, die Zufuhr von fehlenden Elektrolyten ist ebenfalls ein Versuch wert.Die Studienlage zum Magnesium ist jedoch relativ schlecht.

Die Wirkstoffe aus der Chinarinde (Chinin und Chinidin) sind zwar wirksam, aber es gibt seltene jedoch schwerwiegende Nebenwirkungen. Daher ist die Einnahme abzuwägen. Schließlich können Mittel gegen Epilepsie (z.B. Carbamazepin) erwogen werden.

Aus unserer Sicht spielt zumindest in einem Teil der Fälle die Atmung eine wesentliche Rolle. Hier eröffnet sich auch eine weitere, oft sehr effektive Möglichkeit ohne Medikamente die Symptomatik zu verbessern.

Näheres zur beschleunigten Atmung.