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MCS und Hyperosmie (Geruchsüberempfindlichkeit)

Schlechte Gerüche stören fast alle Menschen. Allerdings kann es sein, dass die Empfindlichkeit auf Gerüche und Duftstoffe so gesteigert ist, dass daraus ein echtes Leiden entsteht. Dies wird mit unterschiedlichen Begriffen belegt: Hyperosmie, multiple chemische Sensibilität, idiopathische Umwelt-Unverträglichkeit, chemische Mehrfachempfindlichkeit, multiple-chemical-sensitivity-syndrome und andere.

Die Diagnose „MCS“ ist sehr umstritten. Einschätzungen reichen von „unheilbare, lebenslange Krankheit“ bis „so eine Erkrankung gibt es nicht“!

Große Überschneidungen finden sich zur "Geruchsempfindlichkeit" oder "Hyperosmie". 


Symptomatik

Im Vordergrund der Symptomatik steht eine abnorme Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen. Sehr stark ist die Sensibilität meist auf Parfüm, Rauch, Chemikalien aller Art (Reinigungsmittel, Lösungsmittel, etc,), Körpergerüchen und Nahrungsmittel. Ebenso kann die Empfindlichkeit der Zunge gesteigert sein: Scharfes, Bitteres oder Saures wird als besonders unangenehm (brennend, Metallgeschmack) empfunden. 


Häufigkeit

Die Angaben über die Häufigkeit sind schwankend. Sie reichen von 0,5 bis knapp 4% der Bevölkerung. Diese Zahlen hängen vermutlich sehr stark von dem Informationsstand der Ärzte zusammen, die mit den Beschwerden konfrontiert werden. Eine große Zahl von nicht diagnostizierten Patienten ist zumindest für Deutschland recht wahrscheinlich. 


Beschwerdeentwicklung

Am Anfang steht häufig eine Exposition mit einem bestimmten unangenehm riechenden oder bedrohlichen Geruch. Nicht selten findet dies in einer emotional belastenden Situation statt. In der Folge kommt es zu einer langsamen Schwellensenkung für diesen Geruch. Immer kleinere Konzentrationen lösen eine Reaktion aus.

Im weiteren Verlauf kommt es zu einer Generalisierung der Empfindlichkeit. Ähnlich riechende Stoffe lösen ebenfalls Beschwerden aus. Im Laufe der Zeit werden die Auslöser immer unspezifischer. Am Ende kann eine erhöhte Sensibilität auf fast „alles“ vorhanden sein. 


Nicht nur die Nase

Geruchs- und Geschmackssensoren finden sich nicht nur in Nase und Mund sondern auch entlang des Magen-Darm-Traktes. Dort dienen sie der weiteren Analyse der Nahrungszusammensetzung und helfen, die Verdauung zu regulieren.

Im Krankheitsverlauf kann es auch zu einer Sensibilisierung dieser Sensoren im Verdauungskanal kommen, was die erhöhte Empfindlichkeit der Betroffenen auf Nahrungsmittel erklären kann. Bestimmte reizende Nahrungsmittel, werden immer schlechter vertragen und daher gemieden. Die Symptomatik entwickelt nun Züge einer Reizdarmsymptomatik.  Auch eine allgemeine, zentrale Sensitivierung ist in der Regel zu beobachten.