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Vakuumverfahren


(Dieser Film ergänzt das Buch zum Lipödem, Südwestverlag)


Vakuumtherapie

Vakuumverfahren

Statt Druck auf das Gewebe auszuüben und dadurch den Rückfluss zu fördern, existiert auch der umgekehrte Ansatz, das Ödem mit Unterdruck auszusaugen. Auch bei der Lymphdrainage wird ja dieser Gedanke verfolgt, durch Pump- und Schröpfgriffe die Lymphflüssigkeit aus tieferen Regionen herauszuziehen.


Schröpfen

Die älteste und bekannteste Art Unterdruck therapeutisch einzusetzen, ist das Schröpfen. Dabei wird die Luft in einem Glas kurzfristig durch eine Flamme erhitzt und auf die Haut, z.B. am Rücken, fest aufgesetzt. Während sich die Luft beim Abkühlen zusammenzieht entsteht im Glas ein Vakuum, das auf das Gewebe einen kräftigen Unterdruck ausübt. Die Haut wölbt sich nun hervor, es kommt zu Rötung und leichten Schwellung unterhalb des Schröpfglases.

 

Seit Jahrtausenden wird dieses Verfahren vor allem gegen Muskelschmerzen eingesetzt. Dabei kommt es unabhängig von einer möglichen Beeinflussung des Lymphflusses zu einer Hautstimulation, die zur Schmerzreduktion beitragen soll. Statt eines klassischen Schröpfglases gibt es auch Gläser mit einem aufgesetzten Gummiball. So kann ein Unterdruck auch ohne das umständliche Erhitzen der Luft erzeugt werden.

 

Zur Behandlung des Lipödems und Zellulitis ist das Schröpfen leider ungeeignet, da sich der Druck ausschließlich auf eine sehr kleine Fläche begrenzt und es im besten Fall zu einer Verschiebung des Ödems kommt.


Schröpfmassage

Eine Variante des Schröpfens ist die Schröpfmassage. Wieder kommen die gleichen Schröpfgläser zum Einsatz. Zur Vorbereitung wird die Haut eingeölt und das Schröpfglas mit dem Unterdruck über die Haut gezogen. Mit dieser einfachen Methodik, die auch in der Selbsthilfe angewandt wird, lassen sich Verspannungen z.B. im Rücken recht gut behandeln.

Studien zum Lipödem sind mir nicht bekannt. Die Schröpfmassage kann bei Lipödem und Zellulitis begrenzte Effekte erzielen.


Vakuum Massage

Sanft, angenehm und wirksam

Einer der von uns bevorzugten Methoden ist die pulsierende Vakuum-Massage. Dabei wird die Haut rhythmisch angezogen und losgelassen. So wird ein Pump-Effekt auf die tiefen Schichten des Bindegewebes ausgeübt und die Lymphe aus der Tiefe an die Oberfläche geleitet. Das Lipödem wird entstaut.

 

Anschließend wird die Lymphe entlang ihrer physiologischen Bahnen – ähnlich wie bei der manuellen Lymphdrainage – abgeleitet. Die Massage folgt daher dem Weg der Lymphbahnen hin zu den großen Lymphknoten Ansammlungen des Körpers.

 

Auf diese Weise kommt es zu einer milden Entstauung und Lockerung des Bindegewebes, die auch von der Mehrzahl der Patienten vertragen wird, für die eine klassische Knetmassage nicht in Frage kommt.