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Operation – Fettabsaugung - Liposuktion

Lange Zeit stand man in der Medizin der Operation des Lipödems sehr skeptisch gegenüber. Heute hat sich dies gewandelt. Grund dafür sind neue Operationstechniken.

 

Aktuell wird vor allem mit der sog. Tumeszenz-Lokalanästhesie behandelt. Dabei werden in einem ersten Schritt mehrere Liter eines örtlichen Betäubungsmittels unter die Haut gespritzt. Anschließend wird das dann dünnflüssige Fettgewebe abgesaugt.

 

Dabei erweisen sich dünne Nadeln als günstiger. Sie verursachen weniger Schäden als dicke. Einen weiteren Fortschritt stellt die Operation mit vibrierenden Nadeln dar, die mit einer Frequenz um die 4000 Hz das Gewebe auflockern wobei Nerven und Gefäße besser geschont werden.

 

Pro Eingriff sollte nicht mehr als maximal 3-4 Liter Fett abgesaugt werden.


Verschiedene Methoden

Bei Liposuktion (Fettabsaugen) wurde anfangs in Vollnarkose mit einer scharfkantigen Nadel in das Unterhautfettgewebe gestoßen und das Fett dabei herausgesaugt. Bei dieser „trockenen“ Technik entstehen-,- sehr große innere Wundflächen, sie ist mit einer hohen Komplikationsrate und relativ schlechten kosmetischen Ergebnissen verbunden. Todesfälle kamen vor. Mittlerweile wird dieses Verfahren zum Glück kaum noch angewandt.


Die Technik wurde weiterentwickelt. Heute setzt man auf eine umfangreiche örtliche Betäubung. Dabei werden mehrere Liter (!) eines herkömmlichen Betäubungsmittels in das Unterhautgewebe vor dem eigentlichen Absaugen hineingespritzt (Tumeszenz-Lokalanästhesie). Das Gewebe wird so aufgelockert und das eigentliche Absaugen mit einer stumpfen Nadel ist so nicht nur schmerzfrei sondern auch schonender. Die kosmetischen Ergebnisse sind besser. Gefäße und Lymphbahnen sollen geschützt bleiben.


Ein weiterer Fortschritt stellen Nadeln dar, die mit einer Frequenz von etwa 4000 Hz vibrierend und so das Gewebe noch weiter lockern (Vibrationsliposuktion). Da bei der Operation nicht mehr als 4 Liter Fett entfernt werden dürfen, sind oft mehrere Eingriffe notwendig.  


Nach einer Operation ist eine Nachbehandlung (Kompression, physikalische Therapie) notwendig, da es nun in dem gelockerten und gedehnten Gewebe vermehrt zu Ödemen kommen kann


Problematik der Operationen

Nach einer Operation sind konservative Maßnahmen zur Vorbeugung wichtig.

• Eine Operation kann zwar Fettgewebe entfernen, aber sie beseitigt aber nicht die eigentliche Krankheitsursache, nämlich die vermehrte Durchlässigkeit der Kapillaren. Nach einer Operation muss also mit einer erneuten Verschlechterung gerechnet werden, auch wenn durch die Verminderung des Fettschicht jetzt günstigere Verhältnisse bestehen.


• Da die Menge des abgesaugten Fettes pro Operation begrenzt ist, müssen oft eine ganze Reihe von Operationen durchgeführt werden.


• Durch eine Fettabsauung können die Lymphgefäße geschädigt werden, die für den Abtransport von Lymphe und Fett verantwortlich sind. Dann kommt es nach einer Operation zu schweren Ödemen. In einer Untersuchung klagten weit mehr als die Hälfte der Patientinnen mit Lipo-Lymphödem über eine Verschlechterung des Ödems, wobei die Technik der Op-Technik bei dieser Studie nicht erwähnt wurde. Besonders empfindlich reagieren die Lymphbahnen offenbar, wenn quer zu ihrer Verlaufsrichtung eingestochen wird. In Längsrichtung sind sie offenbar belastbarer.


• Eine Liposuktion macht zwar nur einen kleinen Einstich, aber hinterlässt eine große innere Wundfläche. Es ist eine echte Operation, die mit echten Risiken einhergeht. Auch wenn sie unter die Rubrik „Schönheitsoperation“ fällt, dürfen die möglichen Komplikationen nicht verharmlost werden.


• Fettabsaugen ist kein Ersatz für Gewichtsabnahme.


Wann operieren?

Generell kann man sagen, man sollte nicht operieren, wenn ein Lymphödem vorhanden ist. Da ausgeprägtere Formen des Lipödems sehr häufig mit einem Lymphödem einhergehen, sollte muss man in diesen Fällen besonders vorsichtig sein.


Ist ein Lipödem nicht in einer bestimmten Körperregion, z.B. Oberschenkel Außenseite, sondern mehr oder weniger am gesamten Körper, würde ich gleichfalls von einer Operation abraten. Ebenso steht bei erheblichem Übergewicht die Gewichtsreduktion an erster Stelle aller Therapiemaßnahmen.


Empfehlenswert ist daher bei jedem Lipödem zuerst einmal eine umfassende nicht-operative Therapie und, wenn notwendig,  einer Gewichtsreduktion. Meist ist es möglich damit die Beschwerden schon erheblich zu verbessern. Es kann jedoch sein, dass am Ende an einzelnen Stellen die Fettpolster nicht weiter verschwinden wollen, z.B. an den sog. „Reiterhosen“.  Diese dann operativ zu entfernen, halte ich für unproblematisch, sofern dies fachgerecht durchgeführt wird. Jetzt wird nun der Eingriff sehr viel kleiner und kürzer ausfallen, was sich auch positiv auf das Portemonnaie der Betroffenen auswirkt. Die konservative (nicht-operative) Therapie inklusive der Selbsthilfe steht also vor und nach jedem operativen Eingriff.