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Lymphdrainage


(Dieser Film ergänzt das Buch zum Lipödem, Südwestverlag)


Manuelle Lympdrainage

Lymphgefäße können sich aktiv zusammen ziehen. Durch das Öffnen und Schließen der Klappen im den Lymphgefäßen kommt es so zum Weitertransport der Abfallstoffe. Gleichzeitig wird der Lymphfluss ähnlich wie bei den Venen durch Muskelaktivität angeregt.

 

Bei der manuellen Lymphdrainage wird dieser natürliche Prozess durch eine spezielle Massage unterstützt. Durch eine geschickte Technik wird eine Mischung von Druck und Sog auf das gestaute Gewebe ausgeübt. So sorgen Physiotherapeuten für eine Zunahme des Lymphflusses. Sie benützen Grifftechniken, bei denen Namen wie „Pumpgriff“ oder „Schröpfgriff“ bereits die Funktion erklären.

 

So wird die Eigenbewegung der Lymphgefäße angeregt und durch sanften Druck die Flüssigkeit in Richtung Zentrum verschoben. Lässt der Druck auf die Haut nach, entsteht mit Hilfe des Klappenspiels ein Unterdruck, der die Lymphflüssigkeit von unten ansaugt. Diese leichten Bewegungen erfolgen rhythmisch etwa im Sekundentakt, wobei jede Hautpartie 5-6 Mal hintereinander massiert wird.

 

Sind die Beine durch eine manuelle Lymphdrainage erfolgreich entstaut, dann sollte unmittelbar danach eine Kompression durchgeführt werden, also Kompressionsstrümpfe getragen oder eine Bandage angelegt werden.

 

Bei ausgeprägten Beschwerden wird die Massage in Kliniken bis zu zweimal täglich durchgeführt. Dazwischen werden die Beine mit Kompressionsbandagen versorgt. Die Kombination der beiden Verfahren sind die wesentlichen Bestandteile der sog. komplexen physikalischen Entstauung (KPE), mit denen das Lipödem im stationären Rahmen behandelt wird.

 

Die manuelle Lymphdrainage ist eine außergewöhnlich erfolgreiche Methode Lymphödem zu behandeln. Beim Lipödem sind die Erfolge nicht ganz so gut. Dazu kommt, dass die Massagen möglichst häufig durchgeführt werden sollten, sonst lässt die Wirkung nach 1-2 Tagen wieder nach.

 

Leider ist so eine häufige Frequenz in den meisten Fällen aus Kosten- und Zeitgründen nicht möglich. Dennoch, wer unter einem Lipödem leidet, sollte versuchen, in den Genuss dieser wohltuenden Therapie zumindest von Zeit zu Zeit zu gelangen.