Diagnostik



Technische Untersuchungen sind in aller Regel nicht notwendig.

Lipödeme werden selten diagnostiziert und oft mit anderen Krankheitsbildern, insbesondere dem Übergewicht (Adipositas) und dem Lymphödem verwechselt. Oft haben die betroffenen Frauen jahrelange oder jahrzehntelange Leidenswege hinter sich, bis die richtige Diagnose gestellt wird.

 

Meist wird den Patienten erklärt, sie sollten eben weniger essen und sich mehr bewegen. Doch genau das haben die meisten von ihnen schon unzählige Male erfolglos versucht. Oft wird ihnen daher unterstellt, sie würden heimlich essen.

Für die korrekte Diagnose werden in der Regel keine komplizierten Untersuchungsverfahren benötigt. Eine einfache Erhebung der Beschwerden und Vorgeschichte sowie eine körperliche Untersuchung reichen meist völlig aus.

Typisch ist die symmetrische Schwellung der Beine (und/oder Arme) vor, wobei Fußrücken und Hände nicht betroffen sind. Die Schwellung ist druckschmerzhaft, Hämatome (blaue Flecken) sind häufig. Die Beschwerden beginnen meist in der Pubertät. Diäten sind wirkungslos.

 

Ein wichtiges kleines Detail spielt bei der Unterscheidung zwischen Lipödem und Lymphödem eine große Rolle. Es ist die Frage, ob man die Haut über den Zehen oder Fingern abheben kann oder nicht. Beim Lipödem ist das möglich, beim Lymphödem nicht, da hier die Schwellung auch die Füße oder Hände umfasst. Man spricht von einem positiven (kein Abheben möglich) oder negativen Stemmer´schen Zeichen (Abheben der Haut möglich).

 


Laboruntersuchungen

Weder Lipödem noch Zellulitis können durch einen bestimmten Labortest bewiesen werden. Allerdings helfen Laborwerte andere Erkrankungen auszuschließen, die ebenfalls zu Ödemen führen.

Ein Arzt wird daher möglicherweise einige Laborwerte bestimmen. Hier die wichtigsten: Eiweißelektrophorese, Gesamt-Eiweiß, Natrium, Kalium, Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure, Kreatinin-Clearance, Urinstatus, Transaminasen, alkalische Phosphatase, Bilirubin, T3, T4, TSH, ggf. Cortisol.

 


Meßmethoden



Bioimpedanzmessung (Klicken zum Vergrößern)

Ein Ödem, also eine Wassereinlagerung, zu messen ist schwieriger als das auf den ersten Blick erscheinen mag. Stellt man sich auf eine Waage, wie wird der Körper behandelt, als bestünde er aus einem einzigen Material. Zwischen Organen, Fett, Muskulatur und Wasser wird nicht unterschieden.

 

In den letzten Jahren findet man häufig Waagen, die zeigen zusätzlich den Fettgehalt auf ihrer Skala an. Um diesen Wert angeben zu können, wird ein harmloser, hochfrequenter Wechselstrom von einem Bein ins andere geleitet und dabei der elektrische Widerstand bestimmt. Fettgewebe, Muskeln, Wasser, Bindegewebe, Knochen und innere Organe weisen einen leicht unterschiedlichen Widerstand auf. Gelingt es, diese Unterschiede genau zu bestimmten, dann kann man analysieren, aus welchen Körperanteilen sich das Gewicht zusammensetzt.

 

Bei einfachen Geräten, wie sie preiswert im Handel zu erwerben sind, erhält man eine ungefähre Abschätzung der Fettwerte. Es gibt jedoch für medizinische und wissenschaftliche Zwecke weiter entwickelte Geräte, die sehr zuverlässige Untersuchungen ermöglichen. Sie messen mit mehreren Frequenzen, vergleichen diese, korrigieren mögliche Fehler und errechnen aus den gewonnenen Daten weit reichende Analysen.

 

Misst man mehrfach im Verlauf einer Behandlung so kann man daraus deutlich ablesen, ob die Therapie die gewünschten Erfolgte zeigt. Fett und Wasser sollte sich reduzieren, während die Muskelmasse sich gleichzeitig langsam vermehrt.

 

Eine andere, einfachere Methode der Therapiekontrolle besteht in der Berechnung des Beinvolumens. Dabei misst man alle 4 cm den Umfang des Beines vom Knöchel bis zur Leiste. Mit Hilfe einer Rechenformel lässt sich so das Volumen bestimmen. Auf diese Weise kann man den Erfolg einer Entstauungstherapie in Litern bemessen. Allerdings ist es dabei nicht möglich zwischen Fett, Wasser oder Muskeln zu unterscheiden.

 

Ähnlich, aber automatisiert, ist eine Umfangmessung der Beine mit Hilfe eines Laser-Strahls. Solche Geräte werden beispielsweise von Sanitätshäusern benützt, um die optimalen Kompressionsstrümpfe anmessen zu können.

 

Schließlich gibt es für wissenschaftliche Fragestellungen auch Röntgenuntersuchungen (DEXA-Verfahren), die zwar genaue Ergebnisse liefern, für die tägliche Praxis jedoch nicht geeignet sind.

 


Wichtige Fragen

Sind beide Arme oder Beine symmetrisch geschwollen?

Sind dabei Hände und Füße von der Schwellung ausgenommen?

Ist vermehrt Fett im Bereich der Hüfte oder der Innenseite des Knies vorhanden?

Neigen Sie zu blauen Flecken?

Schmerzen die Beine bereits bei leichtem Druck?

 

Bereits wenn Sie einmal mit „ja“ geantwortet haben, sollten Sie einen lymphologisch erfahrenen Arzt aufsuchen.