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Wozu überhaupt ein Lymphsystem?

Flüssigkeit, Salze und vor allem Eiweiß verlassen die Blutbahn und sammeln sich zwischen den Zellen an. Ein Grund für die leckenden Kapillaren liegt im Überdruck, der in den Blutgefäßen herrscht. Ein anderer Grund ist folgender: Mit den Eiweißstoffen verlassen auch viele Vitamine und Nährstoffe die Blutbahn und ernähren so die Zellen.

 

Doch wohin dann mit der Flüssigkeit und den Nährstoffen? Aus osmotischen Gründen ist ihnen der Weg zurück ins Blut versperrt. Einmal ausgetreten, können sie nie wieder dorthin zurück. In kurzer Zeit würden sie sich dort anhäufen und  zur Katastrophe führen. Hier springt das Lymphsystem ein: Es hat die Funktion eines Drainagesystems, das die ausgetretenen Stoffe wie Eiweiß, Zellen, Salze und Flüssigkeit aufnimmt und wieder dem Blutkreislauf zuführt. Es ist eine Einbahnstraße, die in der Peripherie in fast allen Geweben des Körpers ihren Anfang nimmt. Sie sammelt dort allen „Sondermüll“ auf und entleert sich in die obere Hohlvene kurz vor dem Herzen. Damit ist der Kreislauf geschlossen. Somit verfügen alle höhere Lebewesen über ein Gefäß (die Schlagadern oder Arterien), das vom Herzen wegführt und über zwei Gefäße, nämlich Venen und Lymphgefäße, die Blut und Lymphe wieder zum Herzen zurücktransportieren.

 

Diese Drainagefunktion der Lymphe ist eine ihrer Hauptfunktionen. Wenn immer sich Flüssigkeit zwischen den Zellen anhäuft, z.B. bei Verletzungen oder Entzündungen, dann tritt sie vermehrt in Aktion und sorgt dafür, das diese aufgenommen und sicher beseitigt wird. Welche Auswirkung der Ausfall der Lymphe hat, wurde am Tierexperiment sichtbar. Unterbindet man die Lymphbahnen an nur einem Bein komplett, tritt unweigerlich der Tod innerhalb von 24 Stunden ein!