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Lymphkapillaren

Lymphgefäße der Hand (<FONT SIZE=1>Bild überlassen mit freundlicher Genehmigung von <link http://www.pgm-muenchen.de>PGM-München</link></FONT>)

Das Lymphsystem hat seinen Ursprung im Bindegewebe. Es dient der Entwässerung und Entsorgung aller überflüssiger Substanzen, die zusammen genommen als „lymphpflichtige Last“ bezeichnet werden. Neben Eiweiß handelt es sich vor allem um Wasser, Fett, zahlreiche Zellen, Bakterien und Schadstoffe aller Art.

 

All diese Stoffe sammeln sich in winzigen Gewebespalten, die vor dem eigentlichen Lymphsystem angeordnet sind. Man bezeichnet sie als prälymphatisches (prä=vor) Kanalsystem. Sie sind vielleicht mit den Furchen zu vergleichen, die der Regen im Erdreich hinterlässt, wenn das Wasser durch sie abfließt.

 

Die ersten echten Lymphgefäßchen sind die Lymphkapillaren. Man kann sie sich am ehesten wie Drainageröhren in einer sumpfigen Wiese vorstellen. Wie solche Rohre haben sie unzählige Öffnungen, in die Wasser, Eiweiß und Zellen praktisch ungehindert  hineinströmen können. Die Poren sind lediglich durch kleine schwingende Klappen oder Zipfel verschlossen.

 

Die Lymphkapillaren liegen nicht einfach im „Sumpf“ des Bindgewebes, sie sind darin mit einem Netz von Fädchen (sog. Filamenten) aufgehängt. Je mehr Flüssigkeit im Bindegewebe vorhanden ist, desto stärker ziehen diese Fäden an den Zipfeln. Diese öffnen sich und Flüssigkeit strömt in die Lymphkapillaren hinein. Dieser Prozess hält an, bis der Druck im Inneren des Lymphgefäßes hoch genug ist, um die Klappe wieder zu schließen. Jetzt öffnet sich eine bisher verschlossene weitere Klappe am Ausgang der Lymphkapillare und pumpt die Lymphflüssigkeit in den weiterführenden Lymphgang. Je mehr Flüssigkeit also anfällt, desto schneller wird sie auch entsorgt.