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Blutdruckabfall beim Stehen

Bei der orthostatischen Hypotonie (niederer Blutdruck) oder orthostatischen Intoleranz kommt es innerhalb von drei Minuten zu einem Abfall des systolischen um mehr als 20 mmHg. Der untere, diastolische Wert sinkt etwas geringer um als 10 mmHg oder mehr. Die Herzfrequenz steigt an.

In der Folge kommt es zu Benommenheit, Schwindel, Nackenschmerzen, der oft als „Kleiderbügelschmerz“ bezeichnet wird, „Schwarz werden“ vor den Augen,

Diese Beschwerden sind sehr häufig und nehmen mit dem Lebensalter zu.  Im Rentenalter sind 25% aller Menschen in unterschiedlichem Ausmaß betroffen. 

Je häufiger sie auftreten, desto stärker nimmt natürlich auch die Angst zu, etwa aus dem Haus zu gehen oder sich im Freien zu bewegen. So kann das zu einem sozialen Rückzug führen, der leider auch zu einem Verlust von Fitness und damit auch mehr Beschwerden führt. 


Schweregrad-Einteilung

Es werden verschiedene Schweregrade unterschieden.

  • Stadium 1: keine wesentlichen Beschwerden, nur auffällig bei der Blutdruckmessung
  • Stadium 2: Leichte Beschwerden (Schwindel, Übelkeit, Sehstörungen)
  • Stadium 3: Gelegentlich Ohnmachtsanfälle (Synkopen)
  • Stadium 4: Schwerwiegende Symptome (Ohnmachtsanfälle, Selbstständigkeit signifikant eingeschränkt, bis zur Unmöglichkeit zu stehen). 

Medikamente

Folgende Medikamente verursachen häufig (u.a.) einen Blutdruckabfall: 

  • Blutdruckmittel, Bettblocker
  • Wassertreibende Mittel (Diurektika)
  • Psychopharmaka (z.B. Antidepressiva)
  • Parkinsonmittel
  • Morphine
  • Muskelentspannungsmittel
  • auch Alkohol

Im Zweifel immer auf den Beipackzettel sehen, ob solche Nebenwirkungen bekannt sind!


Andere Erkrankungen

Folgende Erkrankungen verursachen u.a. häufig einen Blutdruckabfall beim Aufstehen:

  • Flüssigkeitsverlust (z.B. Durchfall, geringe Trinkmenge, Nierenerkrankung)
  • Langes Liegen, Fieber, allgemeiner Verlust an Fitness
  • Herzerkrankungen (Herzrhythmusstörungen, Herzklappenerkrankungen, Entzündungen des Herzens)
  • Hormonelle Störungen (Schilddrüsenerkrankungen, z.B. Hypothyreose, Nebennierenrindenerkrankungen, Hypophysenerkrankungen)
  • Neurologische Erkrankungen können über eine Beeinträchtigung der Fasern des autonomen Nerven zu einer fehlerhaften Blutdruckregulation führen (z.B. Morbus Parkinson, Polyneuropathien, etwa bei Diabetes mellitus, Alkoholkrankheit) und viele weitere neurologische Krankheitsbilder.