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Kloßgefühle, Räusperzwang, Atemnot

Einige Patienten berichten, sie würden beständig unter dem schwer zu beschreibenden Gefühl leiden, es sei etwas Störendes, Beengendes im Hals und das müsse irgendwie heraus. Dauernd hätten sie das Bedürfnis zu schlucken oder sich zu räuspern. Bei einigen wird auch ein Hustenreiz oder Atemnot ausgelöst.

Die Beeinträchtigung wird teilweise als Druck- und Kloßgefühl (sog. Globusgefühl), teilweise mehr als Irritation der Schleimhaut mit einem Fremdkörpergefühl beschrieben. Auch eine vermehrte Verschleimung mit einem zähen, unangenehmen Schleim wird von einigen Patienten geklagt.

Natürlich kontaktieren die betroffenen Menschen zuerst den HNO- und Lungenarzt. Das ist sehr sinnvoll, da eine Reihe von organischen Erkrankungen im Bereich des Halses (Entzündungen, Tumore, Schilddrüsen-Erkrankungen, usw.) oder der Lunge ausgeschlossen werden müssen. Auch Medikamente und ein Säurerückfluss aus dem Magen (Reflux) sind verbreitete Ursachen von Reizhusten und Schluckstörungen.

Manchmal findet sich jedoch rein gar nichts und nun wird es oft schwierig, da ohne klare Ursache auch eine eindeutige Therapie schwer zu finden ist. 


Fehlkonstruktion

Unser Hals ist – etwas salopp formuliert – eine einzige Fehlkonstruktion. Kein Ingenieur würde die Speiseröhre erst quer über die Luftröhre nach hinten führen und anschließend eine komplizierte Kombination aus Hard- und Software entwickeln, um die selbst herbeigeführte Gefahr des Verschluckens wieder einzudämmen.

Doch bei uns ist genau das der Fall. Aus Zufällen der Entwicklungsgeschichte kreuzen sich die Wege der Nahrung und des Luftstromes im Kehlkopf. Daher musste die Natur einen hochkomplexen Kehlkopf samt Kehldeckel und zahlreiche Schutzreflexe entwickeln, die alle das Eindringen von Fremdkörpern in die Lunge verhindern müssen.

Essen ist nämlich nicht harmlos! In jedem Bissen wimmelt es von Keimen. Wenn diese Erreger in die Lunge gelangen, droht Lebensgefahr! Man ahnt, wie wesentlich die perfekte Funktion des Schluckaktes ist


Frühes Training für lebenslange Funktion

Beim Menschen ist für das sichere Schlucken jedoch ein enormer Aufwand nötig. Es werden nicht weniger als 26 Muskelpaare, 5 Hirnnervenpaare und 3 Nerven aus der Halswirbelsäure aktiv, wenn Sie völlig harmlos einen Schluck Wasser trinken.

Das Ganze muss auch frühzeitig trainiert werden. Ab der 15. Schwangerschaftswoche fängt das Ungeborene an, sich auf diese schwierige Aufgabe vorzubereiten. Und kurz vor der Geburt schluckt es dann bereits fleißig knapp einen halben Liter Fruchtwasser, damit es auf die Muttermilch perfekt vorbereitet ist.

Schlucken ist keineswegs nur zur Nahrungsaufnahme nötig. Wir müssen auch die Nahrungswege freihalten und immer wieder die Salzsäure entfernen, die sich vom Magen aus in die Speiseröhre verirrt hat.

Wir haben also einiges am Tag zu schlucken und tun dies rund tausend Mal - Tag für Tag. Bis zum Rentenalter kommen so rund 25 Millionen Schluckvorgänge zusammen, die alle völlig fehlerfrei verlaufen müssen, sonst kommen wir kaum in den Genuss eines sorgenfreien Rentenbezuges.