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Therapie

Etwas langsamer schadet nicht

Das Kältetraining steht bei der Therapie ganz im Vordergrund. Die aktive Auseinandersetzung mit der Kälte ist die beste Methode, die Überempfindlichkeit zu überwinden. Das fällt am Anfang schwer und natürlich wird es als Zumutung empfunden,  im Winter hinauszugehen, wenn man bereits am ganzen Leib schlottert.

Leichter geht es, wenn man sich zuerst aufwärmt und dann in die Kälte geht. Das geht zum Beispiel durch Wechselduschen: Am Anfang richtig heiß, dann eiskalt. Auch die Sauna funktioniert nach diesem Prinzip. Die positive Wirkung geht vor allem vom abrupten Abkühlen nach dem Schwitzbad aus. Wichtig ist das kalte Tauchbecken oder die Schwallbrause.

Sauna ohne Abkühlung ist nur wenig therapeutisch. Hier werden die Gefäße nur maximal weit gestellt. Der eigentliche Trainingseffekt, die maximale bewusste Engstellung, bleibt aus. 

Auch die Bewegung in der Natur, bei der man die Kälte ruhig einmal spüren darf, fördert die Temperaturregulation.


Therapeutische Kälte und Wärme

Das denkbar intensivste Regulationstraining ist der direkte Wechsel von einer Infrarotkammer (ca. +80° C) in eine Kältekammer (ca. -80°C), mit dem wir Patienten behandeln. Durch den riesigen Temperatursprung wird das Regulationssystem maximal trainiert.  Erst durch die Vorbehandlung mit Wärme sind auch sehr verfröstelte Menschen in der Lage,  die Angst vor der überirdisch kalten Luft zu überwinden.

Alle diese Erkenntnisse sind nicht neu. Pfarrer Kneipp entdeckte bereits Mitte des 19. Jahrhunderts die wohltuende Wirkung des kalten Wassers, als es ihm gelang, durch tägliches Baden in der kalten Donau seine Tuberkulose zu heilen. Daraus entwickelte er die nach ihm benannten und sehr empfehlenswerten Anwendungen.

Wer so regelmäßig trainiert, der wird innerhalb weniger Wochen überraschend schnelle Erfolge verzeichnen können. Die übermäßige Kälteempfindlichkeit lässt nach. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Produktion von Stresshormonen auf Kälte dann deutlich geringer ist. Der Körper geht mit den frostigen Aussentemperaturen gelassener um.