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Körpertemperatur

Für den Süden geschaffen

Der Mensch hat eine Körpertemperatur von 37°C, das weiß jedes Kind. Allerdings ist dies eine starke Vereinfachung. Es gibt tatsächlich nicht die einzige Temperatur im Körper, sondern sehr viele.

37°C herrschen nur im Körperkern, also in den wichtigsten Organen wie Herz, Niere, Leber oder Gehirn. Ihr Anteil am Körpergewicht ist jedoch gering – rund 10%. Muskeln und Haut stellen dagegen mehr als 50%. Sie werden zusammen mit Armen und Beinen meist als Körperschale bezeichnet. Ihre Temperatur unterliegt starken Schwankungen. Ist es draußen kühl, schützt sich der Körper vor Kälteverlust, indem er die Temperatur in der Schale absenkt. Bei Sport dagegen können die Muskeln den Körper auf 39°C aufheizen.

Darüber hinaus schwanken die Werte im Verlauf des Tages. Nachts sinken sie um fast ein Grad ab und am Nachmittag steigen sie auf Werte um 37,8 ° an.

Am wohlsten fühlt sich ein unbekleideter Mensch bei 29-30°C, eine Temperatur, wie sie in der Wiege der Menschheit in Ostafrika tagsüber herrscht. 


15°C Spannbreite

Auch wenn die Temperatur im Laufe des Tages um fast 2° schwankt, ist der Bereich, in dem wir überleben können, nicht sehr breit. Bei Fieber über 42° kommt es zu einem Verlust des Bewusstseins und zum Zusammenbruch des Kreislaufs. Spätestens ab 43° gerinnt das Eiweiß. Unter 27° droht der Tod in der Kälteerstarrung. Nur wenige Menschen können noch tiefere Kerntemperaturen unbeschadet überstehen.

Obwohl die meisten Menschen Kälte als sehr viel unangenehmer empfinden, ist die Kältetoleranz des Menschen also weitaus höher (10° und mehr) als die Wärmetoleranz (maximal 5°). 

 


Vielzahl von Sensoren

Die Temperaturregulation wird von rund 30.000 Kälterezeptoren und 3.000 Wärmerezeptoren überwacht. Diese Nerven finden sich am ganzen Körper, besonders dicht im Gesicht, vor allem um den Mund. Die Sensoren geben ihre Information an das Gehirn weiter, wo sie weiter verarbeitet werden. Der Sollwert wird vom Thalamus festgelegt. In der Regel sind dies 37° C Kerntemperatur. Bei gefährlichen Infektionen wird die Solltemperatur erhöht, Fieber ist die Folge.

Der Thalamus gibt dann Befehle an das vegetative Nervensystem, um die notwendigen Korrekturen einzuleiten, wenn die gemessene Temperatur vom Soll-Wert abweicht.