Header


Suche

 

Warum bekommen wir bei Angst kalte Füße?

Angst macht häufig die sprichwörtlichen kalten Füße. Wie kommt das. Zwei Faktoren scheinen hier besonders wichtig zu sein.

  • Vermehrte Wahrnehmung der Kältereize
  • Verstärkte Gegenregulation des Körpers als Schutz vor Auskühlung

Vermehrte Wahrnehmung

Unser Körper erhält permanent Informationen von den unterschiedlichsten Sensoren. Schmerz-, Druck-, Berührung-, Kälte- und Wärmesensoren überfluten das Zentralnervensystem mit „Statusmeldungen“.

„Im linken zweiten Zehen an der Unterseite mittig herrscht gerade eine Temperatur 36,5° C“ könnte so eine Statusmeldung lauten. Das ist nicht gerade aufregend, da so eine Temperatur dem Normalwert entspricht. Also wird diese Information ausgeblendet. Auch die Tatsache, dass gerade Strümpfe und Schuhe getragen wird, ist im Normalfall wenig interessant und gelangt daher nicht ins Bewusstsein.

Doch anders ist es, wenn Signalen eine Bedeutung zukommt. Es reicht bereits, wenn Sie an Ihre Zehen denken, dass Sie dort möglicherweise ein leichtes Kribbeln verspüren. Kurz: Signale gelangen dann ins Bewusstsein wenn Sie eine Bedeutung haben.

Wird Kälte als bedrohlich empfunden, wird sie intensiver wahrgenommen, als wenn diese als unbedeutend bewertet wird.  Am schlimmsten ist es wenn Kälte mit Angst verbunden wird.  „Vielleicht kühle ich völlig aus!“ „Vielleicht hole ich mir eine Lungenentzündung!“ Solche Befürchtungen steigern die Wahrnehmung automatisch. 


Gegenregulation

Was macht der Körper, wenn Kälte gefährlich ist? Er versucht den Wärmeverlust zu minimieren. Dazu werden die unwichtigen Körperregionen weniger durchblutet: Füße, Hände, Beine, Arme und generell die Körperschale. Das ganze Blut wird in die wichtigen inneren Organe und das Gehirn geleitet. Die Folge sind eiskalte Füße, Hände, Beine oder Gesäß. 


Nächtliches Frieren

Marion, eine 34jährige Patientin berichtete mir folgende Beobachtung. Sie neige sehr zum Frieren und ziehe sich immer schön warm an. Doch fiere sie auch schrecklich nachts. Allerdings nicht immer. Sie friere vor allem wenn ihr Mann auf Dienstreise sei. Obwohl an der Temperatur des Schlafzimmers sich nichts geändert habe, würde sie dann trotz zwei Decken einfach nicht richtig warm. Sobald der Mann wieder zurück sei, brauche sie die doppelte Zudecke nicht mehr. Dabei halte der Mann sie keineswegs die ganze Zeit in den Armen. Es reiche einfach, wenn er neben ihr liege. Sogar wenn er nur in der Wohnung sei, wäre ihr im Bett schon warm.  


Eiskalte Angst – wärmende Gedanken

Die Bewertung der Kälte entscheidet also zu einem wesentlichen Teil, wie der Körper reagiert. Daher kann es sinnvoll sein, sich selbst die Angst vor der Kälte zu nehmen. Das geht einmal durch eine Änderung der inneren Einstellung. Statt die Kälte als bedrohlich wahrzunehmen, kann sie auch als erfrischend, belebend oder aktivierend  angesehen werden. Sie kann einen wunderbar klaren Kopf machen.

Vielleicht erinnern Sie sich einmal, wie es als Kind war, als der erste Schnee gefallen war und Sie sich darauf freuten, Schlitten fahren zu können. Vor Frieren keine Spur! Nur schnell hinaus!

Noch wirksamer wird das, wenn Sie das mit einer realen Erfahrung verbinden. Also einmal bei klirrender Kälte leicht bekleidet ins Freie treten und die Kälte „genießen“. Am Anfang nur kurz, dann länger.

Mehr Tipps unter Therapie