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Chronisches Hyperverntilationssyndrom

Während das akute Hyperventilationssyndrom noch relativ leicht zu erkennen ist (subjektive Atemnot, verstärkte Atmung,  starke Angst, Herzklopfen), ist das beim chronischen Hyperventilationssyndrom weitaus schwieriger. Auch hier liegt eine beschleunigte Atmung vor, doch ist sie nur gering verstärkt. Von außen ist das schnelle Atmen praktisch nicht erkennbar und auch die Betroffenen nehmen es nicht wahr. Der Kohlendioxidspiegel ist nur gering erniedrigt, das Säure-Basen-Gleichgewicht nur leicht verändert, da die Niere in der Lage ist, hier ausgleichend einzuwirken. 

Viele Patienten mit chronischer Hyperventilation wissen daher über das Problem wenig oder nichts. Trotzdem liegt bei Ihnen der CO2-Spiegel bereits im entspannten Ruhezustand deutlich unter der Norm, nämlich 35 statt 40 mmHg. Es gibt Hinweise auf eine Abhängigkeit der Katecholamine (Stresshormone) vom CO2-Spiegel, was die Bedeutung der Atmung für verschiedene psychosomatische Störungen nochmals hervorhebt. 

 


Leitsymptome

Chronische Hyperventilation: Die Welt wirkt unwirklich

Als Leitsymptome des chronisches Hyperventilationssyndroms gelten:

  • Schwindel und Benommenheit
  • Brustschmerzen
  • kalte Hände und Füße
  • Müdigkeit
  • Schlappheit
  • Schläfrigkeit
  • Wetterfühligkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Vergesslichkeit
  • Reizbarkeit
  • Angespanntheit, ängstliche oder depressive Symptomatik

 

Auch weitere Beschwerden kommen vor, manchmal die ganze Vielfalt der sog. funktionellen Störungen, deren gemeinsamer Nenner eine Senkung der Reizschwelle ist. 


Körperliche Beschwerden


Hyperventilation mit Schmerzen

Die chronische Hyperventilation kann auch mit anhaltenden Schmerzen verbunden sein. Video


Hintergrund

Beim chronischen Hyperventilationssyndrom ist höchstwahrscheinlich der Bikarbonat-Puffer des Blutes grenzwertig erschöpft sodass bereits eine kurzfristig beschleunigte Atmung zu einer Veränderung pH im Blut führt.

Solche Auslöser können Angst, körperliche Aktivität oder sogar freudige Erregung sein. Für die Betroffenen ist der Zusammenhang oft nicht erkennbar, da bereits wenige Atemzüge zu viel die Symptomatik auslösen können.


Falscher Erstickungsalarm

Die Folge: steigt der CO2-Gehalt des Blutes auf normale Werte, reagiert der Körper als ob Erstickung drohen würde. Atemnot, ein Gefühl der Einengung und noch schnellere Atmung mit den typischen Folgen (akute Hyperventilation) ist die Folge.

Diese Zustand wird auch „falscher Erstickungsalarm“ (englisch: false suffocation alarm) genannt.

Eine der typischen Zeichen: Steigt in einem Raum der CO2-Gehalt der Luft, da sich dort mehrere Menschen aufhalten, löst das bei den Betroffenen sehr früh den Eindruck aus: „Hier muss dringend gelüftet werden“. Sie reagieren übersensibel auf den erhöhten Kohlendioxidgehalt der Luft.


Schwindel und Benommenheit

Sehr eng verbunden mit der chronischen Hyperventilation ist eine besondere Art des Schwindels, der als Schwankschwindel oder phobischer (Angst-) Schwankschwindel bezeichnet wird. 

Es besteht ein sehr unangenehmer Dauerschwindel bei dem die Betroffenen jedoch mühelos auf einem Bein stehen können. Typisch ist, dass sich bei den Untersuchungen durch den HNO-Arzt oder Neurologen kein Befund ergibt.

Zu dieser Symptomatik (Schwindel ohne Befund) gibt es eine ausführliche Darstellung hier.