
Grundproblem des Hyperventilationssyndromes ist die Verminderung des Kohlendioxidgehaltes des Blutes, die pH-Verschiebung der daraus folgende relative Kalizium-Mangel des Blutes.
In der Vergangenheit wurde daher versucht das Blut mit einer Pfuffer-Infusion zu neutralisieren. Außerdem gab man Kalzium als Infektion. Beide Methoden sind heute verlassen. Auch die Injektion eines Beruhigungsmittel vom Diazepam-Typ (z.B. „Valium®“) wird heute als veraltet gesehen.
Die Therapie der Wahl im akuten Anfall ist die Beruhigung und die Rückatemtechnik.
Bei der Rückatmung versucht man den Kohlendioxidgehalt des Blutes wieder anzuheben, indem man die eigene, verbrauchte Luft wieder einatmet. So reichert sich der Kohlendioxidgehalt des Blutes langsam wieder an.
Dazu wird eine Plastik- und Papiertüte fest über Mund und Nase geschlossen und die Luft über längere Zeit (oft mehrere Minuten) gleichmäßig zwischen Lunge und Tüte hin und her geatmet. Die Tüte sollte mindestens soviel Luft fassen, wie in der Lunge enthalten ist, mehr schadet nicht. Also 5-6 Liter oder mehr, was bei einer normalen Einkaufstüte der Fall ist.
Die meisten Menschen wundern sich, wie lange dies möglich ist ohne zu ersticken. Dies liegt an dem relativ hohen Gehalt von Sauerstoff der Ausatemluft.
Beim Einatmen besteht die Luft aus folgenden Gasen:
Ausatemluft:

Zwar können wir nicht den kompletten Sauerstoffgehalt der Luft ausnützen, die sich in dem System von Lunge und Tüte befindet, aber doch überraschend viel.
Dabei kann man während eines Hyperventilationsanfalles deutlich länger diese Rückatmungstechnik praktizieren, als dies sonst der Fall ist. Im Regelfall begrenzt nämlich nicht die fallende Sauerstoffkonzentration das Rückatmen sondern der steigende Gehalt des Kohlendioxids.
Wenn wir also über „schlechte“ Luft in einem Zimmer klagen, in dem sich viele Personen aufhalten, dann liegt dies nicht im oft vermuteten „Sauerstoffmangel“ sondern an der steigenden Konzentration von Kohlendioxid.
Doch während eines Hyperventilationsanfalles liegt gerade der Gehalt an Kohlendioxid zu niedrig, sodass der Körper die erhöhten Konzentrationen ausgezeichnet toleriert, ja das Kohlendioxid begierig aufnimmt.
Nach wenigen Minuten sind die Spiegel ausgeglichen, Kalzium ist wieder verfügbar und die Symptomatik löst sich (fast) in Rauch auf. Lediglich Erschöpfung, Herzklopfen und Zittrigkeit dauert noch länger an.