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Diagnose 1: Fastentest

Durch ein 72-stündiges Fasten können zahlreiche der aufgeführten Ursachen ausgeschlossen werden.

Innerhalb dieser Zeit werden regelmäßig Blutzucker, Insulin und C-Peptid und andere Hormone bestimmt. Diese Untersuchung sollte im Krankenhaus durchgeführt werden.

 


Diagnose 2: Orale Glukosebelastung

Mit reichlich Marmelade wäre dies eine gepflegte Testmahlzeit

Einfacher ist die Untersuchung mittels einer oralen Glukosebelastung ("mit dem Mund aufgenommene Zuckerbelastung").

 

Eine "Testmahlzeit" von 75 g Glukose wird morgens früh auf nüchternen Magen zu sich genommen. An den Tagen zuvor sollten normal viele Kohlenhydrate gegessen worden sein (z.B. Kartoffeln, Reis, Nudeln, Brot).

 

Als Alternative kann auch ein süßes Frühstück gegeben werden, also z.B. Toast mit reichlich Marmelade.

 

Nach der Gabe der Glukose bzw. der Testmahlzeit wird in engmaschigen Abständen der Blutzuckerspiegel kontrolliert. Dabei kann festgestellt werden, ob dieser zu stark absinkt.

 

Manchmal fällt der Blutzucker nicht innerhalb von 2 Stunden, sondern erst deutlich später ab. Durch eine Verlängerung der Untersuchung auf bis zu 6 Stunden kann diese verzögerte Reaktion nachgewiesen werden. Üblich ist die Bestimmung über 2 bis 4 Stunden.

 

Krankhaft wäre ein Abfall des Blutzuckers unter 50 mg/100 ml verbunden mit einer entsprechenden Symptomatik.

 

(Bei einem Glukosebelastungstest wird normalerweise bestimmt, ob der Blutzucker zu stark ansteigt. Eine solche Untersuchung würde man durchführen, um eine mögliche Zuckerkrankheit auszuschließen. Wenn der Blutzucker nach 2 Std. über 140 oder gar 200 mg/100 ml wäre, dann wäre das ein Hinweis auf einen Diabetes.)


Keine Selbstversuche

Wegen der möglichen Nebenwirkungen sollte bei allen Untersuchungen ein Arzt in Bereitschaft sein.

 


Beispiel

Eine 45-jährige Patientin leidet seit Jahren unter heftigem Zittern und Schwäche nach dem Essen. Ihr breche einige Zeit nach den Mahlzeiten der Schweiß aus und sie bekomme dann auch große Angst.

Sie sei immer als Angstpatientin bezeichnet und mit Psychopharmaka behandelt worden. Auffällig sei, dass ein Stück Zucker die Symptome bessern würde.

 


Glukosebelastung

Nach einer Belastung mit 75 g Glukose kommt es zu einem starken Anstieg des Blutzuckers, gefolgt von einem raschen Abfall.

 

Bei 48 mg Blutzucker beginnt plötzlich die Symptomatik mit Zittern, Schweißausbruch und großer Angst.

 

Statt zu essen, trinkt die Patientin in der Praxis nur einen Schluck Wasser und wartet ab.

Zum ersten Mal kann sie erleben, wie der Blutzucker alleine wieder ansteigt und die Symptomatik nach einigen Minuten nachlässt. - Ein faszinierendes Erlebnis, das ihr half, die Angst zu überwinden.

 

Für sie ist die Untersuchung wie ein Wunder, da die Beschwerden jetzt einen Namen haben und erklärbar geworden sind.

 

Wichtig ist auch in diesem Fall, dass die Untersuchung ausreichend lange dauert. Bei der üblichen 120 Minuten-Untersuchung hätte die Patientin die Beschwerden erst auf dem Weg nach Hause erlebt.