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Anatomie

Die Geruchsnerven sitzen in der Nasenschleimhaut, genauer in der oberen der drei Nasenmuscheln. Im Gegensatz zum Fühlen, Sehen oder Hören sind die Geruchsnerven ein vorgeschobener Hirnteil, sind Teil des Gehirns. Nur durch die dünne, perforierte Siebbein-Platte, durch die die Sinneszellen in den Luftstrom hineinragen, ist dieser Hirnteil vom Nasenraum getrennt.

Der Riechnerv gehört zu den entwicklungsgeschichtlich ältesten Hirnteilen und ist Teil des sog. limbischen Systems, das unsere Gefühle bestimmt.

In jeder der beiden oberen Nasenmuscheln befindet sich jeweils ein etwa 5 Quadratzentimeter umfassender sensibler Bereich (beim Hund das 5fache!). Doch das ist nicht alles: Die Nasenschleimhaut ist gleichzeitig durch den Trigeminus in der gesamten Fläche versorgt. Er ist für die Wahrnehmung von stechenden Gerüchen (Warnsignal!) verantwortlich, z.B. Ammoniak.


Physiologie

Auch wenn wir unser eigenes Geruchsvermögen etwa im Vergleich zum Hund eher gering einschätzen, ist die Leistungsfähigkeit dennoch beachtlich.

  • Wir haben etwa 10-20 Millionen Geruchssensoren
  • Wir können etwa 10.000 unterschiedliche Gerüche unterscheiden, wobei wir ohne Training etwa die Hälfte benennen können. Durch Training lässt sich diese Quote erheblich steigern (in Richtung 98%).
  • Bei Hunden liegt die Geruchsschwelle bei einem Molekül pro mm3 Luft.  Bei Menschen ist dies deutlich höher: ab 10.000 Molekülen können wir etwas wahrnehmen.
  • Das bedeutet:  wir können bereits ein Milligramm Vanille in einem Raum von 10x10x10 Meter Größe wahrnehmen. Und für eine Substanz, die im Knoblauch enthalten ist (Methylmercaptan) liegt die Schwelle noch weit tiefer.
  • Moschus riechen wir noch in einer Verdünnung von 1:2 Millionen und beim Schwefelwasserstoff (faule Eier) ist dies nicht viel anders.