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Teure Düfte

100% Natur

Die Geruchsüberempfindlichkeit bezieht sich auf starke oder emotional besetzte Gerüche. Die intensivsten Gerüche strömen Duftstoffe aus. Es handelt sich um eine chemisch höchst unterschiedlich zusammengesetzte Gruppe von Einzelsubstanzen, die in der Lage sind, die Sinneszellen der Riechschleimhaut besonders intensiv zu erregen.

Solche Duftstoffe sind etwa das bereits erwähnte Moschus, Vanille oder alle Blumendüfte von  Lavendel, Rosen oder Geranien. Solche Wohlgerüche waren in der gesamten Menschheitsgeschichte vor allem eines – selten und teuer!  Das hat sich in wenigen Jahrzehnten dramatisch geändert, seit es mit der Produktion von Vanillin erstmals gelang, die begehrten Stoffe chemisch nachzubauen.


Geruchsverschmutzung

Produktion von Aromen ist High-Tec

Heute werden einige Tausend künstlicher Aromen und Duftstoffe produziert. Die Mengen sind riesig. Düfte sind nun kein Privileg der Reichen und Mächtigen, sondern werden im Massenmarkt und fast überall eingesetzt. Von der Raumluftbeduftung über Seifen oder Kosmetika bis hin zu Nahrungsmitteln. Der gute Geruch der Bäckerei ist häufig nicht dem Backvorgang, sondern der künstlichen Beduftung zu verdanken.

Vom künstlichen Zitrusduft „Citral“ werden zehntausende von Tonnen pro Jahr allein von einem Hersteller produziert. Um solch eine Menge natürlich zu produzieren, müsste man eine Fläche von der Größe Mallorcas ausschließlich mit Zitronengras bepflanzen. Ähnliches gilt für Geschmacksstoffe. Selbst wenn sämtliche geernteten Erdbeeren in Yoghurt wandern würden, würde das für die produzierte Gesamtmenge an Yoghurt mit Erdbeergeschmack nicht ausreichen.

Kurz: Neben einer Lärmbelastung sind wir Menschen auch einer zunehmenden „Geruchsverschmutzung“ ausgesetzt. Auch Düfte können eine Art „Lärm“ produzieren, der sich zu anderen Sinneseindrücken addiert. Zonen ohne künstliche Aromen und Gerüche werden so selten wie Oasen der Ruhe und Stille. Die Nase wird mit Düften ähnlich übererregt wie die Ohren mit ungewollter Musik. 


Sensbilität

Gerüchen aus dem Weg zu gehen, ist oft schwer, da wir nicht einfach die Augen oder ein Fenster schließen können. Für viele betroffene Menschen ist die Hilflosigkeit, den Gerüchen nicht ausweichen zu können, daher der schwierigste Aspekt der Hyperosmie. Auf Grund der unzureichenden gesetzlichen Regelungen bei der Deklarationspflicht ist es für sie auch kaum möglich, beim Kauf eines Produktes zu erkennen, ob sie zuhause von Duftwolken benebelt werden.

Die meisten Menschen stört die Vielzahl der künstlichen Sinneseindrücke  nicht. Im Gegenteil, sie können sich an Musik oder Duft erfreuen und setzen Düfte bewusst als „Aromatherapie“ ein.