Diese Menschen leiden an einer Hyperosmie, einer erhöhten Sensibilität gegenüber Gerüchen, die ähnlich beeinträchtigend ist, wie Lärm- oder Lichtempfindlichkeit. Nicht selten für dies zur einer Vermeidung von intensiven Gerüchen. Da Gerüche und Düfte praktisch allgegenwärtig sind, führt dies manchmal zu einem starken sozialen Rückzug und erheblichem Leiden.
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Ein Bild aus vergangenen Zeiten. |
Hannah, eine 45jährige schlanke attraktive Frau such ich im Wartezimmer vergebens. Sie steht vor der Praxis im Treppenhaus und wartet dort auf ihren Termin. Sie leide unter einer extremen Geruchsempfindlichkeit. Das Parfüm von verschiedenen Patientinnen im Wartezimmer und das Haarwasser eines Mannes könne sie einfach nicht ertragen. Diese Vielzahl von Gerüchen würden ihr Übelkeit und Kopfschmerzen bereiten.
Ihre super-feine Nase bereite ihr im Alltag ungeheure Probleme. Zum Beispiel könne sie nachts kaum noch schlafen. Sie rieche den Parfümgeruch aus der Wohnung unterhalb ihres Schlafzimmerfensters, wenn sie dieses öffne. Sie gehe auch immer weniger aus dem Haus, Essengerüche seien ihr widerlich, habe Probleme im Büro und habe sich allgemein sehr zurückgezogen.
Doch darüber hinaus fühle sie sich allgemein überempfindlich, leide unter Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit und wechselnden Muskel- und Gelenkschmerzen.
Hannah gehört zu der Gruppe von Menschen, die unter einer gesteigerten Empfindlichkeit des Geruchs leiden, einem Beschwerdebild das oft als MCS (=multiple chemische Sensibilität) bezeichnet wird.
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Dazu müssen wir uns sehr gut riechen können |
Das Riechen ist von allen Sinnen vielleicht derjenige, der uns am wenigsten bewusst ist. Sehen und Hören scheint in der multimedialen Welt eindeutig vor allen anderen Sinnen zu stehen.
Doch das Riechen ist gleichzeitig unser persönlichster Sinn. Keine andere Sinnesqualität, nicht einmal die Berührung, kann uns so direkt innerlich bewegen. Ein Mensch, der uns „stinkt“, kann noch so liebenswert sein, wir können uns unmöglich mit ihm näher einlassen.
Gerade in unseren intimsten Bedürfnissen spielt der Geruch eine große Rolle. So gibt es starke Hinweise darauf, dass die Partnerwahl von unserem Geruchssinn entscheidend mitbestimmt wird. Wir bekannt, dürfen unsere Gene und die unseres Partners nicht zu ähnlich sein, damit wir gesunde Nachkommen haben (Problem der Inzucht). Nun können wir das genetische Potential eines anderen Menschen nicht sehen. Wir können es aber möglicherweise riechen. Menschen, die sich in bestimmten Genen(sog. MHC-Gene) deutlich unterscheiden, riechen für uns besonders angenehm.