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Diagnostik vegetativer Störungen

Aktivierung der Hirnrinde bei Mundbewegungen (rote Areale) (Bild: Neuroradiologie der Uniklinik Freiburg)

Vegetative Störungen sind nicht einfach zu messen. Normale Blutuntersuchungen oder Bild gebende Verfahren wie das Röntgen versagen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass damit der Spekulation und Mutmaßung Tor und Tür geöffnet ist. Mit einer Reihe von Verfahren ist eine zumindest orientierende Diagnostik möglich.

 Beispiele

 • Schellong Untersuchung d.h. die Untersuchung der Blutdruckregulation im Liegen und Stehen

• Untersuchung der Herzfrequenzvariabilität d.h. die Messung der natürlichen Schwankungen des Herzschlages von Schlag zu Schlag

Schlafuntersuchungen

• Untersuchung der Atmung insbesondere Kohlendioxidspiegel

• Untersuchung der Thermoregulation, z.B. wie schnell ändert sich die Hautdurchblutung bei Kälte- und Wärmereizen

• Biofeedback-Untersuchungen 

• Bis hin zu funktioneller Kernspintomographie


Gefahr: Überdiagnostik!

Natürlich müssen organische Ursachen (Entzündungen, Tumore, genetische Erkrankungen usw.) bei den Beschwerden ausgeschlossen werden. 

Aber das Hauptproblem liegt nicht in der fehlenden Diagnostik, das Hauptproblem bei funktionellen Störungen ist die Überdiagnostik.

Bei sehr vielen – eigentlich den meisten -  Patienten werden die gleichen Untersuchungen wieder und wieder durchgeführt. Das wiederholte Ergebnis: Alles in Ordnung. Das ist auf der einen Seite  beruhigend. Auf der anderen Seite bleibt ein Zweifel: Wenn alles in Ordnung ist, warum habe ich dann dennoch Beschwerden? Nicht selten führt das zu einer Kette von weiteren Untersuchungen oder – schlimmer – diagnostischen Eingriffen.

Wenn dann noch abwertende Bemerkungen („Sie haben Nichts“ oder gar: „Sie bilden sich das ein“) hinzukommen, dann nimmt die Verunsicherung deutlich zu, was die Symptome in aller Regel verschlechtert.

Kurz: oft trägt die Medizin eher zu einer Verschlechterung bei (sog. iatrogene Schädigung).