
Die BFBbehandlung der Vulvodynie wurde von Dr. Howard Glazer, New York, entwickelt.
BFB wird schon lange erfolgreich bei der Behandlung von Inkontinenz eingesetzt.
Sowohl bei Inkontinenz wie bei Vulvodynie ist die Beckenbodenmuskulatur in ihrer Funktion nicht intakt. Die Bfbbehandlung zielt darauf ab, die instabile Beckenbodenmuskulatur wiederherzustellen.
Während bei der Inkontinenz eine gute Anspannungsfähigkeit nicht vorhanden ist, kann man bei Vulvodynie davon ausgehen, dass sowohl die Anspannungsfähigkeit wie aber auch vornehmlich die Entspannungsfähigkeit mangelhaft ist. Frauen mit Vulvaschmerzen können weder die Muskulatur genügend anspannen noch richtig entspannen. Aufgrund der Schmerzen geht auch eine natürliche Wahrnehmungsfähigkeit der Muskelanspannung und –entspannung verloren.
Die BFBbehandlung zielt darauf ab, beide Funktionen wiederherzustellen und die Muskulatur zu befähigen, sich anspannen und entspannen zu können.
Dazu gibt es natürlich auch verschiedenste Beckenbodengymnastikübungen, solche Programme werden von vielen Institutionen angeboten.
Beim BFB werden die Werte der Muskelanspannung und –entspannung während der Übungen durch ein Gerät gemessen, die Übung beruht nicht nur auf der Instruktion, also eine Belehrung von Außen, sondern man erhält eine genaue Auskunft und Kontrolle, ob man tatsächlich das übt, was man beabsichtigt zu trainieren. Das Gerät gibt diese Information soforft. Zusätzlich werden laufend durch Kontrollmessungen die erreichten Fortschritte überprüft.
Zunächst wird eine genaue Diagnostik der generellen Entspannungsfähigkeit, sowie der Anspannungs- und Entspannungsfähigkeit der Beckenbodenmuskulatur durchgeführt.
Die Messung der Beckenbodenmuskulatur erfolgt mit Hilfe eines Vaginalsensors, der in die Scheide eingeführt wird.
Sie erhalten dann ein Trainingsprogramm für die Beckenbodenmuskulatur, das sie zuhause durchführen müssen. Sie erhalten leihweise ein Heimtrainingsgerät, das ihnen Auskunft über ihre Übungswerte gibt.
Unter Umständen kann ein Training der allgemeinen Entspannungsfähigkeit notwendig und sinnvoll sein.
Der Erfolg der Behandlung hängt wesentlich von der täglichen Übungszeit ab. Sie sollte 2x 20 Minuten pro Tag sein.
In regelmäßigen Abständen finden Kontrollmessungen mit Hilfe des Glazerprotokolls statt, mit denen der Behandlungsverlauf kontrolliert wird.
Um Schmerzfreiheit zu erreichen muss ein beständiger niedriger Entspannungswert erreicht werden können. Erst wenn dieses möglich ist, kann Schmerzfreiheit erreicht werden. Die zeitliche Dauer des Trainings ist individuell verschieden. Sie schwankt bei täglicher Übung zwischen wenigstens 2 Monaten und einem Jahr. Im Durchschnitt beträgt sie etwa 4 – 5 Monate.

Mehrere Studien (Glazer et al. 1995, 2000, 2001 ) berichten von einer Schmerzfreiheit bei etwa 50 % der Frauen, Besserung der Schmerzen konnten in über 83 % der Fälle erreicht werden. Die mit der Vulvodynie oft bestehende sexuelle Abstinenz veränderte sich bei ca 80 % der Frauen, die nach der Behandlung wieder Geschlechtsverkehr hatten.
Insgesamt besserte sich auch die Blasenfunktion, d.h. Harndrang und –häufigkeit.
Die BFBbehandlung sollte immer Teil eines multimodalen Therapieprogramms sein.