
Der Kehlkopf hat vielfältige Aufgaben. Neben dem Sprechen und Singen hat er eine wichtige Schutzfunktion für die Atemwege. Er muss sich rechtzeitig schließen, um die empfindlichen Bronchien und Lungen vor Flüssigkeit, Nahrung oder gefährlichen Gasen zu schützen. Auch beim Sodbrennen (Reflux) verhindert dieser Schutzreflex das Eindringen der Magensäure in die Atemwege.
Der vollständige Schutzreflex wird als „Laryngospasmus“ bezeichnet. Er verschließt die Atemwege vollständig. Nichts geht hinein, nichts heraus. Sinnvoller Weise dauert er aber nur wenige Sekunden an, dann löst sich der Krampf automatisch und die Luft strömt wieder frei. Eine lebensrettende Einrichtung des Körpers!
VCD unterscheidet sich vom „Laryngospasmus“ vor allem durch die Dauer und die Vollständigkeit des Verschlusses. VCD dauert länger (zwischen 30 Sekunden bis wenigen Minuten) und gleichzeitig strömt noch eine geringe Menge Luft durch den Kehlkopf, da dieser nicht vollständig verschlossen ist.
Während sich die Stimmritzen beim Einatmen normalerweise weit öffnen, damit die Luft frei in die Lungen strömen kann, verschließen sie sich bei VCD fast vollständig, es bleibt nur ein kleiner rautenförmiger Spalt offen. Wegen dieses Fehlverhaltens wird auch von einem „pardoxen“ Verhalten der Stimmlippen gesprochen. Eigentlich sollten sie sich ja beim Einatmen öffnen.
VCD kann als eine gesteigerte Reagibilität des Kehlkopfes verstanden werden. Der Kehlkopf tut das richtige (das Bronchialsystem schützen) aber leider zur falschen Zeit bzw. zu zu stark, zu früh oder auf die falschen Auslöser.