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Hormone

Es gibt zahlreiche Hormone, die beim FMS möglicherweise eine Rolle spielen. So wurden Veränderungen beim Wachstumshormon, Adrenalin und insbesondere bei der Regulation des Cortisons beschrieben. Wie immer in der Wissenschaft sind die Ergebnisse nicht einheitlich und zum Teil widersprüchlich. Doch scheint es recht wahrscheinlich zu sein, dass bezüglich des Cortisons ein zweistufiger Prozess vorliegt. In einer ersten Phase wird durch chronischen Stress (Schmerz, physische oder psychische Belastung) anfänglich vermehrt Cortison produziert. In einer zweiten Phase kommt es  dann zur Erschöpfung dieser Regulation mit erniedrigten Cortisonwerten und einem verminderten Ansprechen der Cortisonregulation bei Stress.

Diese Überlegungen sind bedeutsam, da Cortison eines der Hormone ist, das den Körper auf eine vermehrte Leistung einstellt. Es wird in Belastungsphasen (Kampf und Flucht) produziert und macht uns augenblicklich körperlich und seelisch widerstandsfähiger. In einem interessanten Experiment wurden Frauen vor einer stressreichen Testaufgabe entweder Cortison oder ein wirkungsloses Placebo gegeben. Die Cortisongruppe fühlte sich anschließend deutlich weniger belastet als diejenigen, die nur ein Placebo erhalten hatten.

Führt man sich die Symptome eines Cortisonmangels vor Augen (Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schwindel, Bauchbeschwerden usw.), so scheint ein Zusammenhang mit der Regulation des Cortisons recht wahrscheinlich. Doch Vorsicht vor Schnellschüssen! Die Einnahme von Cortisontabletten, die bei Rheuma zu schnellen Erfolgen führt, ist beim FMS leider nicht hilfreich.

Auch hier eine Ausnahme: Manchmal tritt FMS zusammen mit einer entzündlichen Erkrankung auf, z.B. Rheuma. In solchen Fällen verbessert die Cortisoneinnahme natürlich die Beschwerden, was jedoch mit FMS nichts zu tun hat. 

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