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Erhöhte Sensibiltät

Eine gesteigerte Sensibilität ist möglicherweise der Kern der FMS-Symptomatik. 

Man kann sich dies an Hand der Schmerzschwelle der Zähne verdeutlichen. Wenn man kräftig kaut, dass lastet auf einem einzelnen Zahn ein Druck von 50, vielleicht sogar 100 Kilopond. Das Kiefergelenk wird dann mit annähernd einer Tonne beansprucht. Trotz der gewaltigen Kräfte ist dies nicht schmerzhaft. Anders aber, wenn ein Loch den Zahn sensibilisiert hat. Vermeidet man den Gang zum Zahnarzt, kommt es oft innerhalb weniger Tage zu einer hochgradigen Empfindlichkeit. Die Schmerzschwelle kann so stark sinken, dass bereits der kühle Lufthauch beim Einatmen zu unerträglichen Schmerzen führt. Damit soll deutlich werden, dass die Spannweite der Empfindungsstärken außergewöhnlich groß ist. Robuste Unempfindlichkeit und hochgradige Sensibilität sind Teil unseres Wesens.

Folgende Untersuchung ist in diesem Zusammenhang interessant: Patienten mit FMS wurden mit einer Kontrollgruppe von gesunden Probanden mit Hilfe einer funktionellen Kernspintomographie (fMRT) verglichen. Dabei ist es möglich, die Hirndurchblutung in verschiedenen Schmerzzentren zu messen. Beide Gruppen wurden mit einem kleinen Schmerzreiz irritiert und die Wirkung auf das Gehirn überprüft. Das erste, wenig überraschende Ergebnis, war eine erhöhte Irritierbarkeit der Patienten mit FMS. Nun wiederholte man das Experiment und steigerte den Reiz solange, bis die Teilnehmer angaben, der Schmerz entspräche nun „7“ auf einer 10stufigen Schmerzskala. Es trat ein, was zu erwarten war. Die FMS-Gruppe erlebte die Stärke „7“ bereits bei deutlich niedrigeren Reizen. Doch das Spannende war etwas anderes. Verglich man die Durchblutungsmuster beider Gruppen bei „7“, so ergab sich hier kein relevanter Unterschied.

In anderen Worten: Die Schmerzqualität unterscheidet sich bei Gesunden und bei FMS-Patienten nicht.  Sie wird nur sehr viel früher empfunden!