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Ganzkörperkältekammer

Kältekammer - einer der größten Fortschritte in der physikalischen Therapie der Fibromyalgie

In den letzten Jahrzehnten suchte man nach neuen Wegen der Kältetherapie. Die Kaltlufttherapie machte viel von sich reden: Hierbei wird nicht mehr mit Eis oder Wasser gekühlt, sondern mit sehr kalter Luft. Es gibt verschiedenartige Geräte, die aus einem Schlauch kalte Luft bzw. Stickstoff abgeben. Die Temperatur schwankt zwischen wenigen Grad Celsius bis etwa 150° unter Null! Technisch wird die Kälte entweder nach dem Kühlschrank-Prinzip erzeugt, oder man läßt flüssigen Stickstoff (-196°C) verdampfen und bläst das kalte Gas dann aus dem Gerät heraus.

 Trotz der sehr niedrigen Temperaturen ist diese Art der Kälte angenehmer, da Luft wenig leitet. Außerdem kann man schon mit Kühlzeiten von wenigen Minuten gute Effekte erzielen, indem man die schmerzhafte Körperpartie in den kalten Luftstrom bringt und dort gleichförmig mit der Kaltluft bestreicht.

 Eine ganz besondere Art der Kälteanwendung ist die Ganzkörperkältetherapie. Dieses moderne Therapieverfahren wurde erst vor wenigen Jahren in der Rheumatherapie eingeführt. Man benötigt dazu eine sog. Kältekammer, die auf eine Temperatur von -110°C bis -150°C gebracht wird, ähnlich einer Sauna, nur daß hier kräftig gekühlt wird. Die Patienten halten sich etwa 2-3 Minuten in Badekleidung darin auf. Das hört sich schlimmer an als es ist! Die große Kälte empfinden die meisten Menschen sofort als angenehm, ähnlich, wie wenn man aus einem warmen Haus in eine klirrend kalte Nacht hinaustritt, und der Kopf dabei erfrischend frei wird.

 Lediglich zum Schutz der Hände und Füße werden Handschuhe und Schuhe getragen. Auch ein Ohrenschutz und ein kleiner Mundschutz ist hilfreich, sonst wird es an diesen Stellen empfindlich kalt.

 Die Ganzkörperkältetherapie ist ein großer Fortschritt. Die meisten Patienten berichten unmittelbar nach der Behandlung über eine sofortige Besserung. Der positive Effekt hält erfreulicherweise meist länger an. Nach einer mehrwöchigen täglichen Therapie haben sich bei der Mehrheit der Kranken das Allgemeinbefinden und die Schmerzen über Wochen oder z.T. sogar Monate hinweg gebessert.

 Der Hintergrund ist folgender: Durch die intensive Kälte kommt es zu einer Umstellungsreaktion im Körper mit einer vielfältigen Beeinflussung der Neurotransmitter im Zentralnervensystem. So scheint die Kältetherapie auf den Serotoninspiegel günstig einzuwirken. Wahrscheinlich sind diese Veränderungen für die Verbesserung der Schmerzempfindung von ausschlaggebender Bedeutung.

 

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