Header


Suche

 

Das Lymphsystem

Nicht nur im Kieferwinkel sind die bekannten Halslymphknoten. Lymphbahnen sind z.B. im Gesicht überall.

Das Lymphsystem transportiert die Lymphe aus dem Raum zwischen den Zellen heraus. Dort nehmen kleinste Lymphkapillaren die Flüssigkeit auf und führen diese zu den größeren Sammelgefäßen (sog. „Kollektoren“). Diese wiederum münden in Lymphstämme, die dann schließlich kurz vor dem Herz in die obere Hohlvene enden.

Eingestreut in die Lymphbahnen sind die Lymphknoten, die man häufig in den Beugen der Arme und Beine tasten kann.

 

Jeder Mensch verfügt etwa über 500-600 dieser Lymphknoten. In ihnen wird die Lymphe konzentriert wobei der größte Teil der Flüssigkeit bereits hier an das Blut abgegeben wird. Die Lymphknoten sind dabei sehr effektiv. Aus vielen Dutzend Litern erzeugen sie jeden Tag ein Konzentrat von etwa 2 Litern, das am Ende über die großen Lymphstämme in die obere Hohlvene entleert wird.

 

Das Lymphsystem ist trotz seiner enormen Bedeutung ein sehr zartes Gewebe, das mit dem bloßen Auge fast unsichtbar ist. Die Durchmesser der kleinen Lymphkapillaren beträgt nur ein tausendstel Millimeter. Dieser Durchmesser nimmt dann im Verlauf der Sammelgefäße langsam bis zu den großen Lymphstämmen zu, die zwischen 1 und 5 Millimeter dick sind d.h. höchstens Bleistiftdicke erreichen. Etwas größer sind die Lymphknoten, zwischen wenigen Millimetern und 3 Zentimetern beträgt ihr Durchmesser. Einige von ihnen kann man mit der Hand tasten. Am leichtesten gelingt das in der Leiste, wo sie als leicht verschiebliche, linsenförmige Knötchen des öfteren zu tasten sind.

 

Das Lymphgefäßsystem ist im Gegensatz zu den Blutgefäßen auch deshalb schlecht erkennbar, da die Lymphe durchsichtig bis milchig weiß ist. Von außen sichtbar wird das Lymphsystem jedoch, wenn es vonh einer schwere Entzündung befallen ist. Angenommen man verletzt sich bei der Gartenarbeit am Arm, dann können Keime ins Gewebe gelangen. Diese werden dann von den Lymphgefäßen aufgenommen und in Richtung der Lymphknoten transportiert. Auf diesem Weg werden sie von weißen Blutkörperchen attackiert und unschädlich gemacht.

 

Falls dies ausnahmsweise nicht gelingt, kann es zu einer Entzündung der Lymphbahn kommen, die nun als feiner roter Stricht an der Innenseite des Armes sichtbar wird. Die Lymphknoten schwellen erst in der Ellenbeuge und später auch in der Achselhöhle an. Der Volksmund spricht in diesem Fall gerne von „Blutvergiftung“. Doch das trifft nicht zu. Nur das Lymphgewebe ist nun sichtbar entzündet. Gelingt es auch den Achselymphknoten nicht die Keime auszuschalten, können Sie am Ende in die Blutbahn gelangen. Hohes Fieber und Schüttelfrost ist die Folge. Jetzt hat sich auch das Blut entzündet. Doch soweit brauch man es nicht kommen lassen. Eine Entzündung der Lymphbahnen ist bereits ein Alarmzeichen, das möglichst umgehend ärztlich behandelt werden sollte.