Header


Suche

 

Ernährung und Fibromyalgie

Es gibt nur wenige Studien zum Thema "Fibromyalgie und Ernährung". Eine finnische Studie zeigt jedoch in die richtige Richtung.

 

Wichtig: Es kommt jedoch nicht auf eine streng vegetarische oder gar vegane Lebensweise an. Entscheidend ist die Frage, ob der Magen-Darm-Trakt reizfrei ist oder nicht.


Finnische Studie an Veganern

Es muss nicht die reine Rohkost sein!

Beschwerden lassen sich durch konsequente Diät mindern und Schmerzmittel reduzieren – das zeigen Ergebnisse einer unlängst veröffentlichten Studie aus Finnland

 

Bereits in früheren Forschungsstudien konnte der positive Effekt einer Ernährungsumstellung bei rheumatischen Erkrankungen bewiesen werden. Da sich diese Untersuchungen jedoch fast ausschließlich auf Patienten mit rheumatischer Arthritis bezogen, untersuchten nun erstmalig Forscher von der Universität Kuopio, welche Auswirkungen eine vegane Ernährung auf die Symptomatik von Fibromyalgie–Patienten hat.

 

Über einen Zeitraum von 3 Monaten unterzogen sich 18 Fibromyalgie-Patientinnen einer strengen salzarmen Diät, die aus ungekochten veganen Nahrungsmitteln (Beeren & Früchten, Gemüse, Pilzen, Samen & Nüssen, Hülsenfrüchten und Getreide) bestand. Eine Kontrollgruppe von 15 Patientinnen, die sich in Alter, Größe, Gewicht und Stärke der Beschwerden nicht von der ersten Gruppe unterschied, behielt ihre ursprünglichen Ernährungsgewohnheiten bei. Alle Probanden erfüllten die ACR-Fibromyalgie-Kriterien von 1990. Vorherige Medikamente wurden unverändert eingenommen, die Schmerzmittel durften jedoch von den Teilnehmerinnen selbst dosiert werden.

 

Zu Beginn der Studie hatten 66 % aller Fibromyalgie-Patientinnen Übergewicht (Body Mass Index in beiden Gruppen = 28). Während das Gewicht der Kontrollgruppe bei gleicher Ernährung stabil blieb, nahmen die Teilnehmerinnen der Diät-Gruppe deutlich ab. Auch die Eiweißausscheidung im Harn fiel auf ein Drittel des Ausgangswertes und die Cholesterolwerte im Serum sanken beträchtlich, was ein gutes Ansprechen auf die Ernährungsumstellung beweist. Hatten beide Gruppen zu Beginn noch über sehr starke Schmerzen im Ruhezustand geklagt, ließen sich diese bei den Veganern während der 3-monatigen Diätphase deutlich mindern, was eine Reduzierung der Schmerzmittel um bis zu 50 % ermöglichte.

 

Auch bei anderen Parametern ließen sich deutliche Veränderungen feststellen: so berichteten die Patientinnen von einer Verbesserung der Schlafqualität und der generellen Gesundheit sowie der Reduktion der morgendlichen Gliedersteife. Die Teilnehmerinnen der Diätgruppe erzielten bessere Ergebnisse im allgemeinen Gesundheitsfragebogen und bei der speziellen rheumatologischen Befragung. Lediglich bei der Anzahl der Schmerzpunkte (tender points) ließ sich nur eine leichte positive Tendenz feststellen.

 

Nach Beendigung der Forschungsstudie durften sich alle Probanden wieder nach ihren Wünschen ernähren, was zur Folge hatte, dass die Mehrheit wieder in alte Gewohnheiten zurückfiel und die meisten Laborwerte wieder den Stand vor Beginn der Diät erreichten. (Anne Fink)

 

Quelle: Kati Kaartinen et al., Vegan diet alleviates fibromyalgia symptoms, Scand, J. Rheumatol. 2000, 29, 308-13