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Zweifel an der Diagnose

Häufig kommen Patienten zu mir, die berichten, ein Arzt habe große Zweifel an der Diagnose gehabt oder diese grundsätzlich in Frage gestellt („Fibromyalgie gibt es nicht“, „Fibromyalgie ist eine Verlegenheitsdiagnose“).

Leidet man selbst unter chronischen Schmerzen fühlt man sich durch solche Aussagen irritiert, ja manchmal verletzt. Und häufig empfinden dies Patienten so, also ob durch solche Aussagen ihr Leiden in Frage gestellt würde.


Wie sind die Zweifel zu verstehen?

Wären Schmerzen so einfach zu messen wie der Blutdruck, dann wäre die Diskussion einfacher...

Manche Ärzte bezeichnen die Krankheit daher lieber mit einem anderen Begriff. Je nachdem zu welchem Facharzt ein Patient kommt, wird der Kollege eine Diagnose benutzen, die seinem Fachgebiet am ehesten entspricht. Ein Psychiater wird von einer „somatoformen Schmerzstörung“ sprechen, der Magen-Darm-Spezialist (Gastroenterologe) vom „Reizdarm“, der Orthopäde vom unspezifischen Rückenschmerzen oder „chronic-low-back-pain“,  der Neurologe vom „chronischen Spannungskopfschmerz“, der Gynäkologe von „Unterleibschmerzen“, der Urologe von „Reizblase“ usw.


Die Situation ähnelt dem Gleichnis von den blinden Männern, die einen Elefanten beschreiben sollen. Je nachdem, welchen Teil des Elefanten untersucht, kommen recht unterschiedliche Beschreibungen heraus: Eine Schlange, eine Säule, eine Wand, eine Röhre usw. - Oder, um es mit einem anderen Ausspruch zu kommentieren: In manchen Bereich der Medizin, nimmt man vom Kollegen lieber die Zahnbürste als dessen Begriffe in den Mund.


Völlig unabhängig davon, wie die Beschwerden bezeichnet werden, sind die Symptome jedoch real vorhanden und auf keinen Fall „eingebildet“