Medizinische Rehabilitation



Vor der Rente steht die Reha

In Deutschland gilt der vernünftige Grundsatz, dass „Reha vor Rente“ steht. Bevor jemand droht aus dem Berufsleben auszuscheiden, sollte daher alles menschenmögliche getan werden, um eine Besserung zu erzielen oder ein Verschlechterung zu verhindern. Ist dies möglich, so besteht eine Mitwirkungspflicht des Versicherten zur medinischen Reha.

 

Antragsformulare sind beim Träger der Reha-Maßnahme (Krankenkassen, LVA, BfA) erhältlich. Teil des Antrags ist im allgemeinen ein Vordruck für den Arzt, indem er die Art der Erkrankung und den Grund für die Reha einträgt. Hier kann der Hausarzt auch Vorschläge für eine Klinik machen.


Berufliche Rehabilitation



Berufliche Reha heißt wieder neu lernen

Auf Grund einer Behinderung kann auch eine berufliche Rehabilitation eingeleitet werden, falls die Berufsausübung erschwert oder unmöglich geworden ist. Dann kann das Arbeitsamt, sofern die Voraussetzungen gegeben sind, umfangreiche Aus- und Weiterbildungen bezahlen.

 

Über Vorraussetzungen und Möglichkeiten informieren Berater des Arbeitsamtes. Wenn notwendig, kann der medizinische, psychologische oder technischer Dienst beratend hinzugezogen werden, um eine Reha-Plan zu erstellen. Die Teilnahme an allen Reha-Maßnahmen des Arbeitsamtes ist freiwillig!

 

Manchmal ist das Verfahren etwas langwierig. Leider wird auch nicht immer in Berufe umgeschult, in denen man hinterher eine Anstellung findet. Dies kann unangenehme Konsequenzen haben. Falls man noch zur Gruppe von Versicherten zählt, die Anspruch auf Berufsunfähigkeitsrente haben (s.u.), dann verliert man diesen „Berufsschutz“ sobald man das Abschlusszeugnis nach erfolgreicher Umschulung in der Tasche hat. Man wird dann quasi in die Arbeitslosigkeit umgeschult!

 

Vor einer beruflichen Reha sollte man daher sehr genau prüfen, über welche Fähigkeiten und Möglichkeiten man selbst verfügt. Gibt es andere Möglichkeiten der Tätigkeit, z.B. Teilzeitarbeit? Wäre eine Selbstständigkeit möglich? Welche Art der Tätigkeit wäre sonst noch denkbar? Es ist besser sich nicht nur auf den Versicherungsträger und das Arbeitsamt zu verlassen, sondern selbst kreativ zu werden.