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Ursache - Ätiologie

CFS kann mit einem ganz normalen grippalen Infekt beginnen

Die Ursache von CFS ist nicht bekannt. Allerdings fällt auf, dass die Erkrankung sehr häufig im Anschluss an einen Virusinfekt auftaucht.

Insofern kommt einem Infekt ein möglicherweise auslösendes Moment zu.

 

Allerdings scheint dies nur die Auslösung zu sein (der letzte Tropfen?). Im weiteren Verlauf sind die Viren wahrscheinlich nicht mehr bedeutsam, zumindest bessert sich die Symptomatik nicht, wenn antivirale Medikamente gegeben werden.

 

 


CFS - Endpunkt einer Entwicklung

Doch darf man nicht alle CFS-Betroffene über einen Kamm scheren. Wahrscheinlich können – wie bei Fibromyalgie – höchst unterschiedliche Ursachen im Verlauf eines längeren Prozesses zu der Symptomatik führen. CFS ist also ein Endstadium, das aus unterschiedlichen Quellen herrührt.

 

Man muss also Risikofaktoren, auslösende und aufrecht erhaltende Faktoren unterscheiden.

 


Stress

Stress: Fehlende Balance zwischen Aktivität und Passivität

Stress: Viele Patienten berichten von einer stressreichen, hektischen Zeit vor Beginn der Erkrankung. Besonders belastend wird diese geschildert, wenn weitere Beschwerden wie Infekte, Schmerzen oder belastende Ereignisse wie Trennungen oder Krankheit in der Umgebung hinzukommen.

 

Hinweis für die Bedeutung von chronischer Belastung ist auch die Tatsache, dass Naturkatastrophen, Gewalteinwirkungen oder schwere seelische Belastungen die Chance erhöhen, eine Erschöpfung zu entwickeln.


Weitere Ursachen

Hormonelle Veränderungen im Zentralnervensystem sind beschrieben und ähneln wahrscheinlich dem, was beim Fibromyalgie-Syndrom bekannt ist, insbesondere Veränderungen im Serotonin-Stoffwechsel.

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Der Seele kommt wahrscheinlich – erneut wie beim Fibromyalgie Syndrom – eine größere Rolle bei der Entstehung zu. Bei 50-80% der Patienten liegt eine mehr oder weniger ausgeprägte seelische Erkrankung in der Vorgeschichte vor.

 

Vor allem depressive Störungen sind gehäuft vorhanden. Eine Abgrenzung zwischen der Depression und CFS ist daher manchmal schwierig, da Depressionen mit Erschöpfung einhergehen.

 

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Hormonelle Veränderungen

Corticotropin (CRH) ist das zentrale Stresshormon und sorgt für die Bereitstellungsreaktion des Körpers für Flucht und Kampf. Über die Zwischenstation der Hirnanhangsdrüse (Produktion von ACTH) wird vermehrt Kortison produziert. Dieses sorgt dann für die Bereitstellung.

Dauerstress und Dauerschmerz verändert jedoch die Reaktionsweise des Systems. Patienten, die unter chronischer Erschöpfung leiden, haben offenbar niedrigere Kortisolspiegel im Blut und ein verändertes Ansprechverhalten der CRH-ACTH-Kortison-Achse.

 

 

Wachstumshormon: Viele Studien deuten darauf hin, dass ein niedriger Spiegel des Wachstumshormon (GH – Growth Hormone) sowohl Folge der Erkrankung ist (geringere Produktion bei Schlafstörungen) als auch bei der Verursachung der Erkrankung eine Rolle spielt.

 

Melatonin: Hier gibt es unterschiedliche Ergebnisse, die von keinem Unterschied zu Gesunden bis zu einer erhöhten Melatoninproduktion in der Nacht reichen.


Immunologische Veränderungen

Veränderungen des Blutbildes sind vielgestaltig und nicht eindeutig

Veränderungen des Immunsystems sind keineswegs eindeutig. CFS ist keine immunologische Erkrankung. Viele Studien mit z.T. heftig widersprechenden Ergebnissen wurden veröffentlicht:

 

• Das Immunsystem ist vermutlich aktiviert.

• Einige Untergruppen der weißen Blutkörperchen (B- CD19- Lymphzyten) sind erhöht, andere (T- CD4- Zellen, T- CD8- Zellen) vermindert.

• Das Verhältnis zwischen bestimmten Teilen der Lymphozyten ist verändert) T-CD4/T-CD8- Verhältnis vermindert).

• Die Anzahl der Killerzellen ist erhöht.

• Die Immunglobuline zeigen keinen eindeutigen Befund (Erhöhung/Verminderung).

• Teilweise sind ANA (antinukleäre Antikörper) sowie Autoantikörper erhöht.

 

Die Bedeutung dieser Befunde ist jedoch offen.


Virusinfektionen

Zahlreiche Viren wurden für CFS verantwortlich gemacht. Bei CFS fand man tatsächlich überzufällig häufig vermehrt Zeichen einer durchlaufenen Infektion. Ob dies tatsächlich die Ursache der Krankheit oder nur einer von vielen Auslösern war, bleibt offen. Persönlich neige ich zur letzteren Ansicht.

 

Paroviren: Kein klarer Zusammenhang

Herpes Simplex Virus: Kein klarer Zusammenhang

Zytomegalievirus: Kein klarer Zusammenhang, da sowieso die meisten Menschen einen Kontakt hatten.

Epstein-Barr-Virus (EBV): 90% aller Erwachsenen hatten Kontakt zu dem Virus. Sicherlich liegt keine „chronische EBV-Infektion“ vor.

Humane Herpesviren 6- 8: Kein klarer Zusammenhang

Influenza Viren (Grippe): Kein klarer Zusammenhang

 


Weitere Laborwerte

• Magnesium: kein Unterschied zu gesunden Kontrollpersonen

 

• Vitamin B12 im Liquor („Nervenwasser“): erniedrigt – ebenso wie Homocystein im Liquor

 

• Blutarmut: nicht nachgewiesen.