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Therapie

Die verwirrende Vielzahl von Beschwerden ist durch zentrale Fehlregulation bedingt.

Das Hauptproblem der Therapie ist, dass es keine klaren Behandlungsrichtlinien gibt!

 

Klar ist, dass einfache medikamentöse Behandlungen des Problems CFS nicht wirksam sind. Die Hoffnung, es gäbe die Anti-CFS-Pille haben sich gründlich zerschlagen.

 

Warum?

 

Die Ursache – wiederum ähnlich wie bei Fibromyalgie – ist, dass es sich bei CFS um komplexe Regulationsstörungen im Zentralnervensystem handelt. Die Folien über Fibromyalgie zeigen einen Teil dieser Problematik.

 

Regulationsstörung bedeutet, dass sehr weit „oben“ im System der körperlichen Regulation (z.B. CRH) das gesamte Vegetativum in eine „Schieflage“ gekommen ist. Eine Vielzahl von Hormonen (Schilddrüsenhormon, Wachstumshormon, Prolaktin, Cortison, Vasopressin uva.) reagieren nicht mehr so, wie sie es ursprünglich taten.

Die Folge: Eine verwirrende Vielzahl von Symptomen (Frieren, Schwitzen, Schlafstörungen, Wassereinlagerungen, Magen-Darm-Beschwerden und, und, und).


Schwellensenkung

Lichtempfindlickeit ist ein Teil der Absenkung der Reizschwelle

Ein zweites Problem ist die Absenkung der Reizschwelle. Die Reizüberflutung durch Schmerzen, Magen-Darm-Beschwerden sowie die oft langjährigen Schlafstörungen führen zu einer allgemeinen Absenkung der Schwelle, bei der wir Außenreize wahrnehmen.

 

Betroffene bekommen ein „Input-Problem“. Die Signale aus der Umwelt erreichen sie zunehmend ungefiltert und direkt. Die Folge: Geräusch- und Lichtüberempfindlichkeit, Berührungsempfindlichkeit, Reizbarkeit und allgemeine seelische Empfindlichkeit. Ein „Prinzessin-auf-der-Erbse-Syndrom“ entwickelt sich im Verlauf von Monaten und Jahren.


Gute Ratschläge

Sicher sehr gesund, nur für die meisten Betroffenen nicht zu leisten

Viele der naheliegenden Ratschläge sind zwar richtig, können aber von den Betroffenen nicht durchgeführt werden.

 

Klar ist, wenn Sie betroffen sein sollten, sollten Sie alles vermeiden, die Beschwerden chronisch werden zu lassen! Je früher Sie etwas tun, desto besser! Nur was?

 

Der Ratschlag, „machen Sie Sport, gehen Sie aus dem Bett“ mag zwar grundsätzlich richtig sein, wird am in den meisten Fällen nicht durchführbar sein, da die Betroffenen entweder zu wenig Antrieb oder zu viele Schmerzen haben.


Grundsätze

Bei der multimodularen Therapie kommen viele Elemente in zeitlich engem Abstand zum Einsatz größer

Grundsätzlich gilt für erfolgreiche Therapie:

 

1. Sie muss langsam ansetzen und die jeweilige Leistungsstufe des Betroffenen berücksichtigen.

Es verschlechtert die Symptomatik, wenn man ein forciertes Training beginnt, das über die Fähigkeiten eines Patienten hinausgeht.

 

2. Nur durch ein Ansetzen der Therapie auf vielen Ebenen gleichzeitig (multimodulare Therapie) gibt es ein Chance, auf die komplexe Störung erfolgreich einzuwirken. Auch richtige Therapien versagen, wenn sie alleine oder nacheinander eingesetzt werden.

 

Aus diesem Grund sind die meisten ambulanten Therapien oft wenig erfolgreich (eine Zeitlang diese Therapie, dann jene), während stationäre Behandlungen (verschiedene Anwendungen täglich) bessere Chancen haben.

 

3. Es kommt darauf an, die Regulationsfähigkeit des Körpers wieder instand zu setzen: den Wechsel von Ruhe und Aktivität, von Schlaf und Wachen, von Aufnehmen und Ausscheiden, von Bewegung und Ruhe, von Anpassung an Kälte und Wärme, Licht und Dunkelheit usw.

 

4. Wichtig erscheint mir dazu, die erniedrigte Schwelle Schritt für Schritt wieder zu erhöhen und dadurch die Reizüberflutung zu begrenzen.

 

5. Wichtige und häufig unterschätzte Therapieelemente sind neben dem erholsamen Schlaf auch ein reizarmer Magen-Darm-Trakt sowie die Abwesenheit von Ödemen, Wasseransammlungen in Muskeln und Bindegewebe.

 

6. Psychotherapie ist vermutlich hilfreich, wenn sie möglichst gezielt erfolgt: z.B. als kognitive Verhaltenstherapie.

 

7. Je früher die Therapie einsetzt desto besser. Krankschreibung alleine bessert die Beschwerden nicht. Grundsatz: So viel Schonung wie nötig, so viel Aktivität wie möglich.