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Kleine Schritte

Kraft und Ausdauer kann nur schonen aufgebaut werden

Wie schon bei den Grundsätzen der Therapie erwähnt, gibt es nicht die Anti-CFS-Pille und wird es sie vermutlich auch nie geben. Es kommt auf eine schrittweise Wiederherstellung von Regulation und Anpassung an. In gewisser Weise könnte man von „Training“ sprechen.

 

Leider steht ausgerechnet das Hauptsymptom diesem Training entgegen. Auf Grund der ausgeprägten Erschöpfung fehlt für die Leid tragenden oft die Kraft überhaupt irgendetwas zu beginnen, ja, sich überhaupt in Behandlung zu begeben.

 

Die Lösung heißt in diesem Fall: Kleine Schritte und stationärer Behandlungsbeginn, oder - in unserem Fall – wohnen am Behandlungsort, nur wenige Schritte von den Therapiemaßnahmen entfernt.

 

Haben sich die Symptome gebessert, können stufenweise weitere Therapieschritte folgen und weit gehend auf Selbsthilfe umgestellt werden.


Längerer Atem

Die Behandlung ist grundsätzlich der Therapie anderer funktioneller Störungen verwandt, insbesondere der Therapie der Fibromyalgie, beide Beschwerdebilder sind möglicherweise nur verschiedene Ausprägungen der gleichen Störung.

 

Allerdings bestehen auch Unterschiede. Einer scheint mir für die Therapie nicht unwesentlich: Während bei Fibromyalgie große Fortschritte oft sehr rasch innerhalb von 2 Wochen Intensivtherapie eintreten, benötigt man bei CFS oft einen längeren Atem.

 

Insbesondere das Hauptsymptom, die Erschöpfung, verabschiedet sich nicht als erstes. Erst wenn der Schlaf vertieft, die Schmerzen erträglich, die Magen-Darm-Beschwerden und viele weiteren Symptome verschwunden sind, dann werden die Lebensgeister wieder geweckt.

 

Oder anders ausgedrückt: Erschöpfung lässt sich aus meiner Erfahrung nicht primär, direkt, angehen sondern über den „Umweg“ der Behandlung der umfangreichen weiteren Störungen.


Multimodale Therapie

CFS hat viele Gesichter und viele Beschwerden. Die Erschöpfung ist nur eines davon. Die Therapie zielt auf die Behandlung des ganzen Beschwerdebildes. Gleichzeitig darf nicht willkürlich „drauflos“ therapiert werden (Polypragmasie), nach dem Motto „hauptsächlich man tut irgend etwas“.

 

Entscheidend ist, an welcher Stelle der therapeutische Hebel angesetzt wird. Hier gibt es relevante Verfahren und auch Belangloses. Ich möchte hier die Verfahren, die aus meiner derzeitigen Sicht am wirkungsvollsten sind, kurz darstellen.


Überblick

Wirksam oder hilfreich sind u.a.

 

• Multimodale Therapie mit schrittweisem Aufbau von Aktivität

• Maßnahmen zur Verbesserung des Schlafes

• Unterstützende Psychotherapeutische Verfahren z.B. Verhaltenstherapie

• Selbsthilfe

• EEG-Biofeedback

• Einige Antidepressiva

• Hydrokortison in niedriger Dosierung (?)

• Weitere Substanzen: NADH, essentielle Fettsäuren, Magnesium, Carnitin