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TV-Konsum im höheren Lebensalter

Das Medium Fernsehen spielt für Menschen jenseits der Sechzig eine wichtige Rolle. Ältere Menschen in Deutschland verbringen durchschnittlich etwa 5 Stunden vor dem Fernsehgerät. Für viele immobile und vereinsamte Ältere ersetzt Fernsehen oft den Kontakt nach außen, ist sozusagen „ das Fenster zur Welt“.


TV-Konsum und kognitive Einschränkung

Etwa 1,3 Millionen ältere Menschen in Deutschland leiden unter einer Demenz. Durch den Verlust der Selbständigkeit ist der TV-Konsum gerade für Demenzkranke ein wesentlicher Teil ihrer Freizeitgestaltung. Der Fernsehkonsum spielt als „Betreuung“ sowohl in Alters-und Pflegeheimen als auch im privaten Umfeld eine nicht zu unterschätzende Rolle.


Folgen der Reizüberflutung

Das Angebot der TV-Sender ist jedoch bei fortschreitender Erkrankung zunehmend ungeeignet für die Betroffenen. Heutige TV-Formen  und Inhalte sind  oft – bereits schon bei einigen Kinder-und Jugendprogrammen – bestimmt durch schnelle Kamerabewegungen, hektische Schnittfolgen und aufreizende, schrille Ton- und Musikebenen.

Das Angebot der TV-Programme ist nicht auf Menschen mit eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten abgestimmt. So kommt es statt zur Förderung zu einer Überforderung und anhaltenden Reizüberflutung mit einem ungünstigen Effekt auf den Krankheitsverlauf.

Die Folge der Überforderung ist eher Resignation und weiterer Rückzug.


Krankheits- und Stadiengerechte audio-visuelle Anregung

Vor diesem Hintergrund entstand die Idee, ein krankheits-und stadiengerechtes DVD-Angebot für Demenzkranke zu entwickeln, das nicht nur dazu dienen soll, die Betroffenen „ruhigzustellen“.

Neben sinnhafter Unterhaltung sollen die Inhalte auch helfen, Alltagskompetenzen zu vermitteln und zu stärken, das Gedächtnis zu trainieren und die emotionale Ansprache zu fördern.


Heilende Bilder

Das Format der DVDs muss sich folglich den eingeschränkten Fähigkeiten der Betroffenen anpassen.

  • Bildinhalte: Langsame Bildfolgen – eindeutige, reduzierte Bildinhalte, Wiedererkennungswert der Darstellungs-Objekte, zentrale Rolle einer Leit- und Identifikationsfigur – ein „Sympathie-Träger“, der die jeweilige Story vermittelt.
  • Auf der Text-Ebene, z.B.: Prägnante, ruhige, kurze Sätze – reduzierte Information – Verwenden wiedererkennbarer Redewendungen – Redundanz – keine Ironie bzw. Zweideutigkeit.
  • Auf der Musik-Ebene, z.B.: einfache, wiedererkennbare Melodien  zum Mit-Singen – Volks/ Kinderlieder - emotional beruhigende Musik.
  • Inhaltliche Sujets: Alltagssituationen, Haushalt, Kinder, Tiere, Gärten, Landschaften, Bauernhof, etc.
  • In die jeweilige Handlung werden Übungen zum Mitmachen eingebaut ( Rhythmus – Fuß- und Handbewegungen, Übungen im Sitzen ).