
Beim normalen Essen und Trinken kann auch etwas Luft mit in den Magen gelangen. Wer hektisch die Nahrung herunter schlingt, der ist besonders betroffen. Auch eine verborgene innere Anspannung kann das Phänomen verstärken.
Rauchen, kohlensäurehaltige Getränke, Kaugummi und schlecht sitzende dritte Zähne sind weitere Risikofaktoren für das Luftschlucken, med. Aerophagie.
Persönlich sehe ich das Verschlucken von Luft jedoch nicht an erster Stelle für Probleme mit vermehrten Gasen im Magen-Darm-Trakt.
Einige Nahrungsmittel enthalten für uns unverdauliche Stoffe, die lediglich Darmbakterien zum Fraß fallen. In der Folge entstehen dann Gase, wie bei der Hefe-Gärung.
Hülsenfrüchte enthalten die Zuckermoleküle Rhamnose und Stachyose, beide sind für uns nicht verwertbar, was die bekannte Folgen zeigt(„Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen“).
| Zwiebeln | Rosenkohl | Weizenkleie |
| Staudensellerie | Knoblauch | Vollkornbrot |
| Kohl | Karotten | Knäckebrot |
| Hülsenfrüchte | Rosinen | Linsen |
| Eier | Bananen | Bohnen |
| Sauerkraut | Pflaumen | |
| Erbsen | Aprikosen |
Geschwindigkeit der Magen-Darm-Passage: Die Nahrung wird im oberen Dünndarm, dem sog. Leerdarm, med. Jejunum, aufgenommen. Er schließt sich an den Zwölffingerdarm an.
Hier wird die Nahrung geknetet sowie langsam vor- und zurückgeschoben (Peristaltik). Die feine Durchmischung dient zur chemischen Aufschließen der Bestandteile in Partikel, die am Ende ins Blut aufgenommen werden können. Je gründlicher und feiner der Prozess, desto vollständiger ist der Verwertungsprozess.
Wird jedoch die Nahrung zu schnell durch den Darm transportiert, dann bleibt Unverdautes im Nahrungsbrei zurück. Erfreulich ist das nur für die Bakterien und die machen sich dann ans Reste-Essen. Wie gehabt sind Blähungen das unliebsame Ergebnis.
Zu einer beschleunigten Dünndarmpassage kann es aus vielen Gründen kommen: Infekte, schlechtes Kauen, innere Angst und Anspannung, Magenprobleme oder Allergien.
Siehe auch Reizdarmsyndrom.
Obwohl im Dünndarm die Nahrungskonzentration am höchsten ist, ist er fast frei von Bakterien. Mit 1000 bis 10.000 Bakterien pro Gramm enthält er weniger Keime als manches Lebensmittel.
Der Dickdarm ist dagegen eine echte Brutstätte. Eine Billion Bakterien (1 000 000 000 000) befinden sich hier in einem einzigen Gramm Stuhl.
In manchen Fällen ist jedoch der Dünndarm vermehrt von Bakterien bewohnt. Medizinisch spricht man von einem Überwachstums-Syndrom („overgrowth“). Auch in solchen Fällen kommt es zu einer vermehrten Gasbildung.
Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse: Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) führt zu einer massiven Einschränkung der Verdauung und ist eine schwere, nicht ungefährliche Erkrankung. Sowohl in der akuten Phase als auch im Anschluss kann es zu Durchfall durch Blähungen kommen.
Auch andere Erkrankungen können zur einer vermehrten Darmgasbildung führen (Gallenerkrankungen, Virusinfekte usw.).