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Ursachen der Blähungen

Wie so häufig in der Medizin gibt es für das gleiche Phänomen ein ganzes Bündel verschiedener Ursachen. Die wichtigsten seien hier genannt. 


Bauchmuskeln

Optimale Voraussetzungen!

Bauchmuskeln und Figur: Wenn es im Darm rumpelt und bläht, dann geht es dort zu wie in der Küche, wenn der Hefekuchen gärt. Nahrung, Luft und Flüssigkeit ergeben ein schaumiges Gebilde. Die Darmwände werden überdehnt, entsprechende Beschwerden sind die Folge. Je weicher die Darm- und Bauchwände, desto besser kann sich der Schaum ausdehnen. Es ist wie bei einem, weichen, vorgedehnten Luftballon. Er lässt sich leichter aufblasen.

Doch es geht auch anders. Straffe, muskulöse Bauchdecken begrenzen die Ausdehnung der Därme und geben ihnen Halt. Nun erhöht sich zwar der Druck im Darm. Doch das hat auch sein Gutes. Der höhere Gasdruck verbessert die Aufnahmefähigkeit des Blutes für die unerwünschten Schwaden. Sie gehen leichter und in größeren Mengen ins Blut hinein. Je höher der Druck, desto mehr Gase gehen ins Blut.

Kurz: Straffe Bauchdecken begrenzen die Ausdehnung der Darmwände und verbessern die Gasaufnahme. 


Verstopfung - Obstipation

Verstopfung: Ganz ähnlich verschlechtert auch eine chronische Verstopfungsneigung den Blähbauch. Harter Stuhl im Enddarmbereich führt zu einer stärkeren Aufdehnung der Darmwände. Das Volumen des Hohlorgans nimmt zu, gleichzeitig reduziert sich die  Wandspannung. Die blähenden Gase haben leichteres Spiel. 


Laktose-Unverträglichkeit

Vorsicht: Laktose!

Kohlenhydrat-Unverträglichkeiten: Viele Menschen können bestimmte Zuckerarten schlecht aufnehmen. Am bekanntesten ist Laktose-Intoleranz. Bei der Verdauung des Milchzuckers (med. Laktose)  spaltet ein Enzym (Laktase) diesen in zwei Teile (Galaktose und Glukose), die dann getrennt aufgenommen und verarbeitet werden können.

Während Babys stets genügende Mengen des Zuckerspalters produzieren, ist dies bei Erwachsenen sehr viel seltener, da die Menschheit früher keine Milch jenseits des Säuglingsalters zu sich genommen hat. Die Mehrheit der Weltbevölkerung (besonders in Afrika, Asien, Südamerika) ist daher nicht in der Lage Milchzucker problemlos zu verdauen.

Trinken diese Menschen ein Glas Milch, kann der Milchzucker nicht aufgenommen werden und es kommt zum Bakterienwachstum. Unsere kleinen Mitbewohner vergären den Milchzucker zu Milchsäure (riecht säuerlich), Methan und Wasserstoff. Es kommt zu Blähungen und ggf. auch Durchfall.

In Ländern, die schon lange Zeit Milchwirtschaft betreiben, hat sich ein Gen durchgesetzt, dass auch in höherem Lebensalter erlaubt, folgenlos einen Cappuccino zu genießen. Dabei gilt auch hier, dass diese Fähigkeit um so mehr abnimmt, je weiter wir uns vom Babyalter entfernen. Wenn es jenseits des Rentenalters im Bauch rumort, sollte man daher stets an die Milchzucker-Unverträglichkeit denken.

15-25% aller Mitteleuropäer sollten jedoch besser auf Milch verzichten. Sie dürfen sich damit trösten, dass es ihnen nicht besser als 90% der Weltbevölkerung geht. Meidung ist die Therapie der Wahl, wobei zunehmend auch laktosefreie Produkte (Milch, Joghurt) im Handel erhältlich sind, die weniger oder keine unerwünschten Folgen zeigen. 


Fruktose & Co.

Vorsicht: Fruktose!

Es gibt eine ganze Reihe von weiteren Zuckerarten, die von manchen Menschen schlecht oder gar nicht aufgenommen werden können. Dazu zählt der Fruchtzucker (Fruktose), der Holzzucker (Xylose), Sorbit (Zuckeraustauschstoff) oder  Maltose.  Sie können gleichermaßen zu vermehrten Darmgeräuschen, Blähungen und Durchfall führen. Auch hier ist Meidung oder zumindest eine Mengenbegrenzung die Therapie der Wahl.  

Alle genannten Unverträglichkeiten lassen sich recht sicher durch einen Atemtest diagnostizieren.