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Diagnostik

Um den Ursachen auf den Grund zu gehen, empfiehlt es sich, als erste Maßnahme den Blähbauch auszumessen. Ein Maßband ist hier von Nutzen. Einmal wird am Morgen, dann mittags und schließlich abends genau über dem Bauchnabel gemessen.

Die Methode ist alles andere als perfekt, doch gibt sie einen ersten Anhaltspunkt, wie stark die Umfangschwankungen tatsächlich sind. Sind es mehrere Zentimeter, dann spricht dies für eine vermehrte Gasproduktion.

Ein Arzt beklopft den Bauch und kann am typischen hohlen Geräusch feststellen, wo sich die Luft befindet. Ebenso verraten die Geräusche, die er mit dem Stethoskop hört, einiges über die Art der Luft im Darm. Objektiver geht das mit einer Ultraschalluntersuchung, bei der sich luftgefüllte Darmschlingen deutlich abzeichnen.

Die Magen- oder Darmspiegelung hilft nur bei speziellen Fragestellungen weiter. Etwa um auszuschließen, dass organische Veränderungen wie Engstellen die Ursache der Beschwerden sind. 


Atemteste

Haushaltszucker= Saccharose

Wir nehmen jeden Tag unzählige Zuckerarten auf. Nicht nur den bekannten Haushaltszucker sondern z.B. genauso den Fruchtzucker (med. Fruktose) oder Milchzucker (med. Laktose) sowie viele weitere.

Für viele dieser Zuckerarten benötigen wir spezielle Enzyme in der Darmschleimhaut. Sind diese vorhanden, gelangt der jeweilige Zucker problemlos ins Blut.

Fehlen diese Enzyme, dann rutscht der Zucker weiter durch den Darm und gelangt bis in den unteren Dünndarm und den Dickdarm, wo sich hungrige Bakterien freudig davon ernähren. Sie teilen sich so schnell wie die Hefezellen und produzieren dabei verschiedene Gase. Eines davon ist das Wasserstoffgas.

Dieses wird ins Blut aufgenommen und über die Lunge abgeatmet.


H2-Atemteste

Das Wasserstoffgas (med. H2) kann nun mit Hilfe eines Testsets in der Atemluft diagnostiziert werden. Nach diesem Prinzip hat man einige leicht durchführbare Tests entwickelt:

 Als Patient kommen Sie morgens nüchtern zur Untersuchung und sollten auch 12 Stunden vorher nicht geraucht haben. Eine erste Luftprobe wird genommen. Anschließend trinken Sie eine gewisse Menge des zu untersuchenden Zuckers. Im Abstand von 30, 60, 90 und 120 Minuten werden jeweils Atemluftproben gewonnen.

Je mehr Wasserstoffgas in der Atemluft enthalten ist, desto wahrscheinlicher ist ein Enzymmangel. Das Ergebnis liegt bei uns sofort vor. 


Zahlreiche Zuckerarten

Folgende Zuckerarten können so – jeweils getrennt – untersucht werden.

  • Laktose
  • Glukose
  • Sorbit
  • Fruktose
  • Galaktose
  • Saccharose
  • Xylose
  • Laktulose

 

 


Ohne Befund

In vielen Fällen findet sich weder eine Auffälligkeit bei den Atemtests noch eine relevante Anschwellung des Bauches am Abend. Dennoch klagen die Betroffenen über erhebliche Beschwerden. Was liegt dann vor? Sind die Menschen nur ein wenig „empfindlich“?

Wie beim Reizmagen- und Reizdarmsyndrom hat eine erhöhte Sensibilität für die Wahrnehmung der Verdauungsprozesse eine sehr wesentliche und lange Zeit unterschätzte Bedeutung. Bei der Verarbeitung der Nahrung geht der Körper recht kräftig zu Gange. Er benützt konzentrierte Säure und Lauge, knetet und walkt. Dennoch werden diese Prozesse in aller Regel ausgeblendet, da wir uns seit der Zeit im Mutterleib daran gewöhnen konnten.

Einige Menschen nehmen die Vorgänge jedoch stärker wahr als andere. Sie müssen nicht notwendigerweise tatsächlich mehr Blähungen haben. Die Reize gelangen jedoch wie beim Reizmagen nur unmittelbarer ins Gehirn. Leicht entsteht ein Teufelskreis. Die erhöhte Wahrnehmung der Blähungen, veranlasst, vermehrt auf den Darm zu achten. Die  Aufmerksamkeit senkt die Reizschwelle usw.

Wichtig ist es, die erhöhte Sensibilität nicht mit „Einbildung“ zu verwechseln. Hier gilt das, was über „eingebildeten Schmerz“ gesagt wurde.

Häufig mischen sich die Ursachen für die Blähungen, z.B. kann neben einer Laktose-Unverträglichkeit auch eine erhöhte Sensibilität vorliegen.