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Was sind Blähungen

Unter Blähungen, medizinisch „Meteorismus“, versteht man eine übermäßige oder unangenehme Ansammlung von Gasen im Verdauungskanal. Sie sind dann besonders störend, wenn sie nicht als Winde, medizinisch „Flatus“, bzw. „Flatulenz“, abgehen.

Bei jedem Verdauungsprozess entstehen Gase. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Quellen. Bereits beim Essen verschluckt der Mensch unwillkürlich etwas Luft, je hastiger die Nahrungsaufnahme erfolgt, desto mehr. Gut 2 Liter Luft kann so im Laufe des Tages aufgenommen werden.

Doch auch im Darm entstehen Gase. Die Quelle sind die Darmbakterien, die hier in einer kaum vorstellbaren Menge zuhause sind. Ihre Zahl übertrifft die Menge der Körperzellen um das Zehnfache. Wie unsere Körperzellen haben sie einen eigenen Stoffwechsel, nehmen Nahrung auf und haben Ausscheidungen, z.B. Methan, Wasserstoff, Stickstoff und Kohlendioxid. In kleineren Mengen entstehen auch Faulgase wie Schwefelwasserstoff, dessen Geruch nach faulen Eiern traurige Berühmtheit erlangt hat. 


Wie viel Gas?

Rekordverdächtiger Gasproduzent

Wie viel Gas unsere kleinen Mitbewohner produzieren, dürfte starken Schwankungen unterliegen. Auch sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht ganz eindeutig. Während in manchen medizinischen Fachartikeln von 2-3  Litern ausgegangen, sprechen andere von erheblich größeren Quantitäten. Rund 10 Liter Wasserstoff, 5 Liter Methan sollen die Bakterien herstellen. Dutzende Liter sollen möglich sein, wenn die Mikroben besonders fleißig sind.

Im Vergleich zu manchen Tieren sind das jedoch nur Geringfügigkeiten. Eine ausgewachsene Kuh soll es auf rund 300 Liter Methangas pro Tag bringen.  Solche Mengen des Treibhausgases Methan, können angesichts der Anzahl von Milchvieh dem Erdklima bereits gefährlich werden.

Nicht alles, was an Luft über die Nahrung aufgenommen wird oder im Darm als Gas entsteht, muss auf natürlichem Weg wieder entweichen. Ein Teil der Luft kann durch Aufstoßen (Rülpsen) abgegeben werden. Noch wichtiger ist allerdings die Fähigkeit des Darmes, Gase aufnehmen zu können. Die meisten Gase gehen leicht vom Darm ins Blut hinein, gelangen zur Lunge und werden dort abgeatmet. So erklärt sich, dass ein aufgeblähter Bauch im Laufe der Nacht wieder flach wird. Die Darmgase wurden über die Lunge entsorgt, was sich dann gelegentlich als „schlechter“ Atem oder ein unangenehmer Geschmack im Mund äußern mag.

Nur das, was nicht von der Darmschleimhaut aufgenommen wurde, wird weitertransportiert und gelangt als Winde ins Freie. Bis zu 2 Liter gelten als normal.