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Therapie mit Licht

Gerade in Herbst und Winter leiden viele Fibromyalgie Patienten unter Schmerzschübe, Schlafstörungen und Depressionen. Dagegen kann man auch mit einem ganz einfachen Verfahren wirkungsvoll behandeln.


Hintergrund

Licht wirkt direkt auf die Gehirnsteuerung ein

Wir Menschen stammen nicht von hier. Bezogen auf die Menschheitsgeschichte wurde Mitteleuropa erst vor relativ kurzer Zeit besiedelt. Davor lebten die Menschen in tropischen oder subtropischen Gegenden. Dort ist es nicht nur wärmer sondern vor allem auch wesentlich heller. Außerdem sind die Unterschiede zwischen Tag und Nacht ausgeprägter als bei uns. In der Nähe des Äquators folgt auf 12 Stunden pechschwarze Nacht ein gleißend heller Tag.

Im Verlauf von Millionen von Jahren passte sich die Menschheit an diese Gegebenheiten an. Dies kann man besonders an der Regulation unserer hormonellen Steuerung des Schlaf-Wachrhythmus erkennen.

Sobald es dunkel ist, produzieren wir in der Zirbeldrüse das Hormon Melatonin. Es wirkt Schlaf anstoßend. Fällt morgens Licht auf das Auge, wird die Melatoninproduktion innerhalb von Minuten gestoppt und andere Hormone, u.a. Serotonin freigesetzt.

Diese Hemmung des Melatonins hält dann den ganzen Tag bis zur nächsten Dämmerung und Dunkelheit an.

Der Wechsel aus Produktion und Hemmung funktioniert am besten, wenn die Grenzen zwischen Tag und Nacht ausgeprägt sind, z.B. in den Tropen oder wie bei uns im Sommer.


Dämmrig und dunkel

In den Tropen ist Licht Fülle vorhanden: 50.000 Lux und mehr!

In der dunklen Jahreszeit ist das jedoch bei uns anders. Wir leben weit vom Äquator entfernt. Die Dämmerung zieht sich lange hin und an manchen Tagen scheint es nie richtig hell zu werden. In dieser Zeit sind wir auf künstliche Beleuchtung angewiesen.

Doch diese erreicht die Stärke des Tageslicht bei weitem nicht: Hat ein heller Sommertag eine Lichtintensität von 10.000 Lux, bringt es das Kunstlicht gerade auf 300-800 Lux.

Insbesondere im Herbst, wenn die Tage kürzer und dunkler werden, hat dies auch Auswirkungen auf die Gesundheit.

Nicht alle Menschen reagieren auf den Lichtwechsel. Aber zwischen 10 und 20% der Bevölkerung entwickelt eine Art „Licht-Mangel-Syndrom“. Darunter fallen viele unterschiedliche Symptome und Krankheiten. Besonders wichtig:

 

Saisonal abhängige Depressionen (SAD) – eine Depression, die vor allem im Herbst auftritt und mit Heißhunger kombiniert ist. Man schläft viel. Aber der Schlaf ist nicht erholsam und man leidet unter Tagesmüdigkeit. Meist ist die Depression am Morgen geringer und verstärkt sich eher im Verlauf des Tages.

 


Weitere Störungen durch Lichtmangel

Auch andere Beschwerden werden mit dem Lichtmangel in Verbindung gebracht.

 

• Schlafstörungen allgemein

• Prämenstruelles Syndrom

• Jet-Lag-Syndrom

• Heißhungerattacken, insbesondere im Winter

• Essstörungen

• Und andere Störungen der biologischen inneren Uhr z.B. bei Schichtarbeitern.


Nicht nur im Winter

Lichtmangel gibt es nicht nur in Winter.

 

Nach einer Untersuchung im sonnigen Kalifornien sind dort viele Menschen auch im Sommer kaum direkt dem Licht ausgesetzt. Durch Sonnenbrillen, getönte Autoscheiben und dem Arbeiten im Haus, bleibt das Auge auch in der hellen Jahreszeit vorwiegend im Halbdunkel


Therapie

Lichttherapiegerät

Vor einigen Jahrzehnten begannen in den USA Forschungen über die Wirkung von künstlichem Licht. Dabei stellte sich heraus, dass sehr helles Licht, das dem Spektrum eines sonnigen Frühlingstages entspricht, in der Lage ist, viele der oben genannten Beschwerden zu mildern oder ganz zum Verschwinden zu bringen.

Dieses Licht enthält keine UV-Strahlung, bräunt also nicht und schädigt daher nicht. Es ist jedoch sehr stark: 10.000 Lux in 20-30 cm Abstand von der Lampe.

Dabei war die Besonnung am wirkungsvollsten, wenn sie am Morgen nach dem Aufstehen erfolgte, also einen prächtigen Sonnenaufgang simulierte. Damit wird die Melatonin Produktion wirksam gehemmt und der Körper auf den Tag hin umgestellt.


So wird´s gemacht

Wir geben Ihnen ein Lichttherapie Gerät mit. Morgens, z.B. zum Frühstück, sollten Sie sich vor das Licht setzen. Je dichter Sie sich vor dem Licht befinden, desto kürzer ist die Therapiezeit. Bei 20-30 cm sind das etwa 30-45 Minuten. Sie können dabei lesen oder anderen Tätigkeiten nachgehen, sofern Sie im Bereich des hellen Lichtes bleiben. Schauen Sie jede Minute für ca. 5 Sekunden direkt in das Licht, das verstärkt den Effekt.

Wenn Sie einen größeren Abstand von dem Gerät wählen z.B. 40-60 cm, sollten Sie die Zeit auf 60-120 Minuten verlängern.

 

Führen Sie diese Therapie mindestens 14 Tage regelmäßig am Morgen durch. Eine zweite Sitzung in der Mittagszeit kann hilfreich sein, wenn Sie dies zeitlich einrichten können. Sie sollten das Licht am späten Nachmittag oder Abend nicht anwenden, da Schlafstörungen sonst zu befürchten sind.