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Hier ein Radiobeitrag (Podcast) des Bayrischen Rundfunks zur Kältetherapie


Was ist eine Ganzkörperkältekammer

Die Ganzkörperkältetherapie ist ein neues hochwirksame Therapie von verschiedenen rheumatischen Erkrankungen, das ursprünglich in Japan entwickelt wurde und seit 1980 in Europa bekannt ist. In Deutschland wurde es 1985 in verschiedenen Kliniken (vorwiegend Rheumakliniken) eingeführt. Seit 1998 gibt es nun erstmalig die Möglichkeit diese Therapie auch ambulant durchzuführen. Dabei waren wir die ambulanten Vorreiter dieser Therapie in Deutschland.

Die Kältekammer ist ein etwa zwei bis vier Quadratmeter großer Raum, der auf eine Temperatur zwischen -70 und -80°C gekühlt wird. Neben der Temperatur ist die Luftzirkulation regelbar, so dass der Wärmeentzug der Haut individuell gestaltet werden kann. Auf diese Weise kann die subjektiv wirksame Temperatur (wind chill) auf über -100° abgesenkt werden.


Kalt und angenehm

Auf den ersten Blick erschreckend, aber in Wirklichkeit nicht unangenehm - die meisten Patienten freuen sich auf die Kältekammer

Die Kammer ist freundlich beleuchtet und durch eine große beheizte Scheibe (kein Beschlagen) mit dem Vorraum verbunden, in dem sich das Kontrollpersonal aufhält. Die Kältekammer ist extrem trocken, Luftfeuchtigkeit ist praktisch nicht mehr vorhanden. Dadurch wird die tiefe Temperatur in der Regel als angenehm empfunden.

Man betritt den Raum einzeln in Badekleidung/Unterbekleidung und mit Badeschuhen. Wenn ein Patient sehr zum Frieren neigt, können Handschuhe, Ohrenschützer und Mundschutz (bei uns erhältlich) sowie Strümpfe getragen werden. Die Aufenthaltsdauer beträgt ein bis vier Minuten. Während des Aufenthaltes sollte man sich in der Kammer langsam hin und her bewegen.

Die Türe ist nur mit einem Magnet verschlossen und kann mit einem Finger geöffnet werden, was für Menschen wichtig ist, die zur Angst vor der Enge neigen. 


Friert man?

Bei der GKT ist die Luft extrem trocken. Dadurch verändert sich das Kälteempfinden. Obwohl Fibromyalgie-Patienten in der Regel sehr verfröstelt sind, können Sie die trockene Kälte sehr gut ertragen. Sie wird eher als Prickeln auf der Haut geschildert.

Vergleichbar ist dies dem Erlebnis, wenn man in einer klaren, klirrend kalten Winternacht leichtbekleidet vor die Tür tritt. Man friert nicht sogleich sondern fühlt sich eher erfrischt und belebt.


Wie oft?

Anfänglich sollte die Behandlung möglichst häufig stattfinden, wobei sich eine ein- oder mehrmalige Behandlung täglich günstig auswirkt. Dies richtet sich naturgemäß nach den persönlichen Gegebenheiten (z.B. Wohnort).

Meist setzen wir das Verfahren in den ersten 2 Wochen täglich ein, danach in abnehmender Häufigkeit. Patienten, die zu einer 14tägigen Intensivbehandlung sind, gehen in der Regel zweimal am Tag in die Kältekammer.