Die vorliegende Studie besteht aus zwei Themenblöcken. Bei der einen Thematik wird die
differenzialdiagnostische Abgrenzbarkeit des Fibromyalgie-Syndroms (FMS) mit den
Störungsbildern chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS) und Neurasthenie untersucht. Die
andere Problemstellung befasst sich mit der Komorbidität psychischer Störungen bei
Fibromyalgie-PatientInnen (FM-PatientInnen). 66 FM-PatientInnen wurden mit dem SKID-I
und Zusatzinterviewfragen, die für die Diagnoseerstellung des CFS und der Neurasthenie
erstellt wurden, interviewt. Die Ergebnisse zeigen, dass die diskriminante Validität zwischen
dem FMS, CFS und Neurasthenie unzureichend ist, da eine Prävalenz von ca. 20% bei dem
CFS und 53% bei der Neurasthenie vorliegt. Des weiteren lässt die Befundlage erkennen,
dass eine erhöhte Komorbidität der FM-PatientInnen bei der Major Depression (ca. 17%),
bei Angststörungen (ca. 33%) und bei somatoformen Störungen (ca. 76%) vorliegt,
verglichen mit der Allgemeinbevölkerung. Die Prävalenz einer Major Depression ist bei den
FM-PatientInnen vergleichbar mit Personen chronisch somatischer Erkrankungen, wobei bei
den Angststörungen die Prävalenz, verglichen mit Personen chronisch somatischer
Erkrankungen, höher zu liegen scheint. Da in dem Bereich somatoformer Störungen zur Zeit
noch wenige Forschungsergebnisse hinsichtlich chronisch somatischer Erkrankungen
vorliegen, konnte die Prävalenz somatoformer Störungen bei den FM-PatientInnen mit
Prävalenzen bei Personen chronisch somatischer Erkrankungen nicht verglichen werden.