Aktuell: Artikel zur MdE!

Wissenschaftlicher Artikel

Bewertung der

Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE)

(Grad der Behinderung GdB)

Gesetzestext

 

Wenn immer eine Fibromyalgie länger dauert und nicht alleine besser werden will, fragen sich die Betroffenen, ob Sie beim zuständigen Versorgungsamt einen Antrag auf Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE bzw.GdB) stellen sollen.

Bis vor kurzem sprach das Schwerbehindertengesetz noch von "Minderung der Erwerbsfähigkeit". Dieser Fachausdruck hat in derVergangenheit immer wieder zu Mißverständnissen geführt. Denn Behinderungen haben nicht zwangsläufig Leistungsminderungen im Arbeits-und Berufsleben zur Folge. Das alte Kürzel "MdE" wurde daher 1986 durch"GdB" (= Grad der Behinderung) ersetzt, ohne daß allerdings an den bisherigen Maßstäben etwas geändert wurde

Dies hat verschiedene Vorteile z.B. steuerliche Vorteile und zieht einen erhöhten Kündigungsschutz nach sich.

Doch der Weg bis zu diesem Ziel ist nicht ganz einfach. Dies hat mehrere Gründe:

1. Die MdE/ GdB ist ursprünglich für Kriegsverletzte entwickelt worden und orientiert sich nach "objektiven" Kriterien z.B. Verlust eines Armes oder Beines.

2. Bei der Fibromyalgie fehlen entsprechend objektiven Merkmale, die z.B. bei entzündlichen Erkrankungen vorhanden sind.

3. In den Versorgungsämtern sind Ärzte tätig, die nach Aktenlage entscheiden sollen. D.h. eine Entscheidung ist so gut oder schlecht wie die eingereichten Unterlagen. Gerade bei der Fibromyalgie sind diese aber häufig äußerst "schwammig". Das erleichtert die Entscheidung nicht unbedingt.

4. Um eine möglichst gerechte und objektive Beurteilung zu ermöglichen, empfehle ich, Ihrem Arzt einen (noch vorläufigen) Stichwort-Katalog zu geben, an dem er seine Beuteilung orientieren kann.

 

Stichwort-Katalog zur Beurteilung der Fibromyalgie

Orientierung zu MdE/GdB

1. Krankheitsgeschichte

Art der Vorbehandlung

Dauer der Vorbehandlung

Krankenhausaufenthalte

Facharztbehandlungen

Eigene Therapieversuche

2. Beschwerden - Schmerzen

Schmerzmittelverbrauch

Lokalisation der Schmerzen (Wo, wie ausgebreitet)

Qualität des Schmerzes

Intensität des Schmerzes (leicht, erheblich, massiv, unerträglich) - Schmerzskala

Dauer der Schmerzen

Entwicklung des Schmerzes (abnehmend, gleichbleibend, zunehmend)

3. Vegetative Beschwerden

Ödeme

Magen-Darm-Beschwerden

Reizblase

usw.

4. Schlafstörungen

5. Stimmungslage

Antrieb

Stimmung

usw.

6. Soziale Faktoren

In wie weit ist die Familie beeinträchtigt?

Beeinträchtigung der Arbeit

Durchhaltevermögen (wie lange kann eine Tätigkeit kontinuierlich ausgeführt werden)

7. Befunde

Beweglichkeit z.B. Neutral-Null Methode (diese ist häufig weitgehend normal)

Fibromyalgie-typische Befunde (insbesondere Tender-points, wenn möglich Druck-Dolorimetrie)

8. Derzeitige Behandlungen

Medikamentös

Physikal.Therapien (Massagen usw.)

Psychotherapien

9. Entwicklung des Krankheitsbildes

Verbesserung, gleichbleibend, Verbesserung

10.Vermutliche Prognose

 

Als Ergebnis sollte Ihr Arzt dann seine Einschätzung des Schwergrades geben. Dabei kann er sich an der Polyarthritis orientieren.

 

Vergleich mit der GdB der Polyarthritis

 Symptome GdB (MdE

 Ohne wesentliche Funktionseinschränkung

leichten Beschwerden

  10%
 Mit geringen Auswirkungen

leichtgrad. Funktionseinbußen, geringe Krankheitsaktivität

  20-40%
 Mit mittelgradigen Einschränken

dauernde erhebliche Funktionseinbußen und Beschwerden, therapeutisch schwer beeinflußbare Krankheitsaktivität

 50-70%
 Mt schweren Auswirkungen

irreversible Funktionseinbußen

hochgradige Progredienz

  80-100%

 

 

Ich bitte um Rückmeldungen und weitere Verbesserungsvorschläge