Weihrauch - ein neues Wundermittel?

Seit einiger Zeit ist dieses uralte Mittel wieder in den Mittelpunktder Aufmerksamkeit gekommen. Seine Wirksamkeit ist hauptsächlich durchseine anti-entzündliche Wirkung erklärbar. Bei der Fibromyalgieist daher nur eine begrenzte Wirkung zu erwarten.

Allerdings gibt es eine Reihe von Fällen bei denen auch Entzündungengleichzeitig vorkommen. In diesen Fällen kann eine schmerzlinderndeWirkung einsetzen.

Persönlich habe ich unterschiedliche Erfahrungen gesammelt. EinigePatienten berichten von einer deutlichen Erleichterung. Andere beobachten keine Wirkung. - Es ist also wie bei vielen Medikamenten: Ausprobieren!

Ein wenig Geschichte...

Weihrauch ist vielen Menschen aus dem Gottesdienst oder aus der Bibel(Weihrauch und Myrrhe) bekannt. Dabei denkt man selten daran, daßWeihrauch ein jahrtausendealtes Heilmittel ist, das noch heute in vielenLändern der Erde als hochgeschätztes Heilmittel in täglichemEinsatz ist.

Bereits um 2250 v. Christus, also vor mehr als 4000 Jahren, wurde Weihrauchin Babylon als Arzneimittel erwähnt. Ebenso schätzten die altenÄgypter, Griechen und Römer seine verschiedenartige Wirkung. Bisins Mittelalter war es ein gerne angewandtes Präparat, das allerdingsauch einen sehr hohen Preis hatte. Später geriet es in unseren Breitenwieder in Vergessenheit.

Was ist Weihrauch?

Weihrauch ist das Harz eines Baumes (Boswellia), der in verschiedenenUnterarten in Ostafrika wächst. Das Verbreitungsgebiet dieses Baumes,der das trocken-heiße Klima bevorzugt liegt vorwiegend in der Gegendum das Horn von Afrika (Somalia, Äthiopien, Jemen, Oman).

Die wirksamen Bestandteile des Weihrauchs sind vor allem im Harz desBaumes enthalten. Er wird gewonnen, indem die Rinde angeritzt wird und einigeZeit später die Harztränen gesammelt werden. Aus dem trockenenHarz wird dann das Arzneimittel gewonnen.

Traditionelle Anwendung

In der traditionellen Medizin des Vorderen Orients und Indiens (AyurvedischenMedizin) ist Weihrauch fast gegen alles wirksam: Magen-Darm-Erkrankungen,Infektionen, Atemwegserkrankungen, Leberentzündungen, Hauterkrankungen,Krebs, Warzen, Schmerzen und vieles mehr.

Solch breiter Einsatz eines einzigen Wirkstoffes stimmt naturwissenschaftlichGebildete skeptisch. In den letzten Jahren wurde das Weihrauchharz etwasgründlicher untersucht. Dabei stellte sich heraus, daß einigeder Inhaltsstoffe des Harzes eine außerordentlich starke entzündungshemmendeWirkung entfalten.

Vielfältige Anwendungen

Da Entzündungen bei höchst unterschiedlichen Krankheitszuständenvorkommen, könnte sich so die vielfältige Wirkung des Präparateserklären.

In letzter Zeit wurden vor allem folgende Krankheiten erfolgreich mitWeihrauch behandelt:

Chronische Polyarthritis und Weichteilrheuma

Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Asthma bronchiale

Schuppenflechte

Bestimmte bösartige Tumore wie Glioblastome und Astrocytome

 

Anwendung bei Fibromyalgie

Aus theoretischen Überlegungen sollte Weihrauch bei der Fibromyalgie unwirksam sein, da es bei entzündlichen Erkrankungen wirksam ist. Tatsächlich beobachte ich jedoch bei einigen Patienten eine deutliche, teilweise sogar drastische Wirkung (Verbesserung). Ich habe noch keine Erklärung dafür. Vielleicht ist bei diesen Patient(innen) doch ein teil-entzündlicher Prozeß vorhanden. Bisher scheint es mir haben eher Übergewichtige von Weihrauch profitiert. Teilen Sie mir Ihre Beobachtung bitte mit!

Umfassende Wirkung ist denkbar

Aus theoretischen Erwägungen könnte für folgende Erkrankungeneine günstige Wirkung möglich sein: Allergische Erkrankungen,Autoimmunerkrankungen, Urtikaria, Bauchspeicheldrüsen-Entzündungen,multiple Sklerose und Durchblutungsstörungen. Andere Einsatzgebietesind wahrscheinlich denkbar, doch fehlen hier Erfahrungen.

Gut verträglich

Weihrauch scheint eine außerordentlich gut verträgliche Substanzzu sein. Auch in hohen Dosierungen werden keine oder nur geringfügigeNebenwirkungen festgestellt. Dies wird in verschiedenen Untersuchungen immerwieder hervorgehoben.

Allerdings liegt trotz der Jahrtausende alten Erfahrung im Umgang mitWeihrauch keine systematische moderne Untersuchung über möglicheNebenwirkungen vor.

Formen:

Es gibt zwei Formen, die im Handel sind:

1. Boswellia Serrata (indischer Weihrauch), das in Form eines Extraktes aus Weihrauch im Handel ist (z.B. H15)

2. Weihrauch (Olibanum)-Harz, das als ganzes oder gemahlenes Harz nach dem Ergänzungsband des Deutschen Arneibuch (DAB 6) vorliegt.

Dosierungen:

Im allgemeinen empfehlen sich, 1-3 mal 400 mg nach jeder Mahlzeit einzunehmen.Auch höhere Dosierungen sind möglich.

Bezugsquellen:

Weihrauch ist in der Schweiz als H15 Ayurvedah (Boswellia Serrata) in Apotheken erhältlich. In Deutschland kann man es aus der Schweiz importieren lassen.

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(Alle Angaben sind nach bestem Wissen aber ohne Gewähr)