Kommentar von Prof. Bauer zu dem Kommentar


Es muß mit dem Vorurteil aufgeräumt werden, daß die Fibromyalgie eine über den gesamten Körper generalisierte Symptomatik haben muß. Diese Einschätzung ist ausschließlich dadurch bedingt, daß man mit den 18 Triggerpunkten in unzureichender Weise die klinische Diagnose Fibromyalgie zu definieren sucht. Die 18 Triggerpunkte sind nichts anderes als altbekannte Akupunkturpunkte der traditionellen chinesischen Medizin. Verwendet man die von mir entwickelte Akupressurdiagnostik, ist man in der Lage die Fibromyalgie in statu nascendi positiv zu diagnostizieren.

Die verfeinerte Untersuchungstechnik führt dazu, daß weniger Sehnenscheidenentzündungen, weniger Arthrosen, weniger Osteoporose diagnostiziert wird und viel öfter Fibromyalgie.

Die Fibromyalgie beginnt in einem Quadranten. Der Quadrantenschmerz ist typisch für das Stadium I der Fibromyalgie. Im Stadium II breitet sich die Fibromyalgie auf den Nachbarquadranten der Gegenseite oder auf den Nachbarquadranten der gleichen Seite aus. (Man spricht im letzten Fall von Halbseitenschmerz). In Phase III wird der schräg gegenüberliegende Quadrant erfaßt.

Beispiel:
Beginn bei einer Rechtshänderin als Sehnenscheidenentzündung im rechten Unterarm (Stadium I, Quadrantenschmerz), Ausbreitung auf die rechte untere Extremität (Halbseitenschmerz), anschließend Ausbreitung auf den linken oberen Quadranten (Stadium II), zuletzt wird der linke untere Extremität erfaßt (Stadium III). Wenn alle 4 Quadranten erfaßt sind, ist das Vollbild der nicht therapierten und nicht diagnostizierten Fibromyalgie erreicht. Erst das Spätstadium, die generalisierte Fibromyalgie, wird mit der mangelhaften Untersuchungstechnik der 18 Triggerpunkte erfaßt und zwar per exclusionem. Mit Hilfe der von mir entwickelten Akupressurtechnik wird dagegen die Fibromyalgie stadiengerecht und positiv diagnostiziert.

Die Gleichung: Generalisierte Tendomyopathie = Fibromyalgie ist schlichtweg falsch und überholt, weil die generalisierte Tendomyopathie nur die Spätform der nicht erkannten und nicht behandelten Fibromyalgie darstellt.

Die Fibromyalgie wird daher eine Domäne der operativ tätigen Ärzte werden.

Bzgl. der statistischen Evidenz kann in Anlehnung an die Ausführungen der Autoren Sycha und Eichler von der klinischen Pharmakologie der Universität Wien folgendes festgehalten werden "Die Statistik zeigt, daß zur Feststellung eines therapeutischen Unterschiedes zwischen zwei alternativen Interventionen eine umso größere Patientenfallzahl erforderlich ist, je geringer der Unterschied zwischen den Erfolgsraten der beiden alternativen Interventionen und je

größer die Variabilität der Erfolge innerhalb der Behandlungsgruppen ist...."

"Da große Durchbrüche selten sind", steht im seltensten Fall der therapierende Arzt vor Alternativen mit extrem unterschiedlichen Erfolgsraten, wie z.B. der Penicillintherapie bei Pneumokokkenpneumonie ..., verglichen mit keiner Therapie.

Ohne Therapie kam es bei allen Patienten zu einer dramatischen Verschlechterung des
Gesundheitszustandes, bei Intervention (Penicillin) bei allen zu einer ebens deutlichen
Verbesserung. In diesen Fällen eines Alles- oder Nichts-Erfolges genügt freilich die Beobachtung an wenigen Patienten, um zu einer richtigen Aussage über den Wert der Therapie zu gelangen."
Da ich nunmehr operative Erfahrung an mehr als 400 Patienten verfüge und bei 90% von diesen Patienten die Beschwerden bleibend ausgeschaltet werden konnten, ist jede Widerrede sinnlos: Es handelt sich um Alles-oder-Nichts-Erfolge.

Ich darf daran erinnern, daß bei der Etablierung der laparoskopischen Cholezystektomie die Arbeit von Schönleben ebenfalls "nur" 400 Patienten berichtete, die mit dieser neuen Methode therapiert worden waren.

Maurice Maeterlinck hat gesagt: "An jeder Wegkreuzung, die in die Zukunft führt, stehen 10000 Wächter der Vergangenheit, die den Zugang zu diesem Weg verhindern."

Dieser Satz scheint besonders für den deutschsprachigen Raum zuzutreffen, in dem jede Innovation prinzipiell mit einem Bannstrahl belegt wird.

Bemerkung hierzu